Trotz Terroralarmstufe orange fährt New Yorks Bürgermeister U-Bahn

14. Februar 2003, 07:23
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Black Hawks sollen Washington beschützen - Bloomberg warnt vor übertriebener Angst und Panikmache

Terrorwarnungen - Black Hawks sollen Washington beschützen New Yorker Bürgermeister fährt weiter täglich U-Bahn

Washington - Zum Schutz vor möglichen Terrorattentaten patroullieren seit Wochenbeginn Black-Hawk-Hubschrauber über der US-Hauptstadt Washington. Aus der Luft sollen mögliche verdächtige Entwicklungen am Boden ausgespäht werden. Die Black Hawks sind auch im Rahmen des US-Aufmarschs um den Irak im Einsatz, etwa bei der 101. Luftlandedivision. Der Hubschrauber-Einsatz um Washington kostet rund eine halbe Million Dollar (464.770 Euro) pro Monat.

Die Anhebung der US-Terroralarm-Stufe von "gelb" auf "orange" vor einigen Tagen habe New York nicht direkt betroffen, erinnert Bürgermeister Michael Bloomberg: Seit dem 11. September 2001 gelte in der Stadt ständig erhöhter Terroralarm. Trotz der Aufforderung zur "Wachsamkeit" sollten die New Yorker ihren Alltag nicht ändern, appellierte er und warnte vor Panikmache.

Bloomberg: Keine zwanghaften Vorsichtsmaßnahmen

Es sei zwar eine "traurige Realität", dass eine Metropole wie New York immer ein herausragendes Ziel für Anschläge sei, räumte Bloomberg am Donnerstag ein. Gleichzeitig könne sich die Stadt aber nicht erlauben, "sich von der Angst lähmen zu lassen". Die New Yorker dürften nicht zulassen, "dass wir ohne einen einzigen Schuss zerstört werden", mahnte der Bürgermeister. Er forderte die Bewohner der Stadt auf, ihren alltäglichen Geschäften nachzugehen und sich nicht zwanghaft in übertriebene Vorsichtsmaßnahmen zu stürzen.

Ratgeber der Katastrophenschutzbehörde

Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA hatte am Montag einen Ratgeber mit Verhaltenstipps im Falles eines Terroranschlags veröffentlicht. Darin wird der Bevölkerung geraten, sich mit Trinkwasservorräten und Lebensmitteln einzudecken sowie Klebeband und Plastikfolie bereitzuhalten, um im Falle eines Angriffs mit chemischen oder biologischen Waffen einen Raum luftdicht abdecken zu können. Seither meldeten Geschäfte eine überwältigende Nachfrage nach Klebeband, Gasmaken und ABC-Schutzanzügen. Bloomberg warnte, derartige Vorsichtsmaßnahmen seien übertrieben und sogar gefährlich: "Man kann nicht einfach den Terroristen das Feld überlassen, sich in einen Raum flüchten und Türen und Fenster abdichten." Dann drohe der Erstickungstod.

Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche die zweithöchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Auch in Großbritannien gilt erhöhter Terror-Alarm. Dort bewachen gepanzerte Armee-Einheiten mit rund 450 hundert Soldaten und weitere 1.700 Polizisten seit Tagen den Londoner Flughafen Heathrow. (APA/Reuters)

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