Bolivien: Bereits 33 Tote bei schweren Unruhen

14. Februar 2003, 18:34
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Staatliche Einrichtungen verwüstet - Präsident Sanchez de Lozada lehnt nach Rücktritt ab

La Paz - Bei den schweren Unruhen in Bolivien sind bereits mindestens 33 Menschen getötet und 173 verletzt worden. Das teilten die Behörden am Freitag mit. Am ersten Tag der Auseinandersetzungen am Mittwoch habe es 16 Tote gegeben. Am Donnerstag seien weitere 17 Menschen bei Schießereien, Plünderungen und Straßenblockaden gestorben. Am Freitag wurde zunächst von keinen neuen Auseinandersetzungen berichtet.

Ausgelöst wurde die Welle der Gewalt durch das Vorhaben der Regierung, eine Einkommenssteuer von 12,5 Prozent einzuführen. Dagegen meuterten Teile der Polizei. Als das Militär gegen die Demonstranten eingesetzt wurde, kam es zu stundenlangen Schießereien im Zentrum der Hauptstadt La Paz.

Im allgemeinen Durcheinander wurden auch eine Reihe staatlicher Einrichtungen verwüstet und Geschäfte geplündert. Die Armee eröffnete immer wieder das Feuer, um die Menschen zu vertreiben. Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada zog die Steuerpläne zurück und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Präsident lehnt Rücktritt ab

Der Präsident erteilte der Forderung der Opposition nach seinem Rücktritt erneut eine Absage. De Lozada kündigte in seiner dritten Rede an die Nation innerhalb von 30 Stunden eine "strenge und unparteiische" Untersuchung der Todesumstände von Demonstranten an. Den Angehörigen der Opfer drückte er sein Beileid aus. Zugleich betonte er, dass die Probleme Boliviens auf friedlichem Wege und nicht mit Gewalt gelöst werden müssten. "Ich hoffe, dass wir gemeinsam Lösungen für unsere ernsten Probleme finden können", sagte der Präsident. "Aber wir werden sie niemals mit Hilfe von Gewalt, Plünderung und Zerstörung finden."(APA/dpa)

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