Rumsfeld schließt Einsatz von Atomwaffen nicht aus

14. Februar 2003, 09:49
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US-Demokraten warnen vor Folgen eines Nuklearschlages

Washington - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat den Einsatz von Atomwaffen in einem möglichen Irak-Krieg nicht ausgeschlossen. "Historisch war unsere Politik in der Regel, dass wir den möglichen Einsatz von Atomwaffen bei einem Angriff nicht ausschließen", sagte Rumsfeld vor dem US-Senatsausschuss für die Streitkräfte am Donnerstag in Washington. Der demokratische Senator Edward Kennedy hatte zuvor gewarnt, dass ein solcher Schritt einen "fast völligen Zusammenbruch" der US-Beziehungen mit dem Rest der Welt nach sich zöge.

Beispiele Korea und Vietnam

Rumsfeld zeigte sich aber "völlig zuversichtlich", dass die USA im Fall eines Militärschlags "das Notwendige" mit konventionellen Waffen tun könne. Er verwies auf die Kriege in Korea und Vietnam sowie den Kampf gegen den Terrorismus, wo keine Atomwaffen zum Einsatz gekommen seien. "Das sagt schon etwas aus über die Schwelle in Hinblick auf Atomwaffen", sagte der Verteidigungsminister.

"Hindernis für die nationale Sicherheit"

US-Medienberichten zufolge könnten die USA Atomwaffen zum Sprengen von Bunkern tief unter der Erdoberfläche einsetzen. Auf eine diesbezügliche Frage des demokratischen Senators David Levin wies Rumsfeld auf Bemühungen anderer Staaten hin, Waffen unterirdisch zu entwickeln, herzustellen und zu lagern: "Diese Waffen nicht erreichen zu können stellt ein sehr ernstes Hindernis für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar".

Atomwaffen wurden im Krieg erst einmal eingesetzt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges warfen die USA im August 1945 Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. (APA/Reuters)

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