Anonyme Geburt legitimiert

13. Februar 2003, 21:20
4 Postings

Kinder dürfen nicht wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind

Straßburg - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die anonyme Geburt grundsätzlich gebilligt. Die Straßburger Richter wiesen am Donnerstag mit zehn gegen sieben Stimmen die Klage der 37-jährigen Französin Pascale Odievre ab, die vom Staat Auskunft über ihre leibliche Mutter verlangte.

Nach Auffassung des Gerichtshofs nennt das Gesetz zum Schutz der Familie und der persönlichen Identität im vorliegenden Fall schwer miteinander vereinbare Rechte: Das Recht der Klägerin auf Information über ihre Herkunft und das der Mutter sowie der Adoptiveltern auf Schutz des Privatlebens. Jeder Staat müsse daher den Entscheidungsspielraum haben, wie er mit Gesetzen diese Rechte sichere.

In Österreich gab es dazu eine vom STANDARD moderierte heftige geführte öffentliche Debatte. Befürworter sehen in der anonymen Geburt eine Möglichkeit, verzweifelte Mütter davon abzuhalten, Kinder auszusetzen oder zu töten. Kritiker verweisen auf das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft. (red)

Share if you care.