Tirol: Inn soll um 60 Meter "verschoben" werden

14. Februar 2003, 13:11
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Der Innsbrucker Flughafen soll erweitert werden - Bis zu 30.000 Grundstücks- und Wohnungseigentümer haben Parteienstellung

Innsbruck - Nach einer höchstgerichtlichen Entscheidung haben ab sofort 20.000 bis 30.000 Grundstücks- und Wohnungseigentümer in Innsbruck Parteienstellung, wenn der Flughafen erweitert wird. Denn nachdem fast ganz Innsbruck in der Einflugschneise des Flughafens liegt, befindet sich fast die ganze Stadt (samt einiger Anrainergemeinden) in dessen Sicherheitszone.

Diese Zone hat bisher aber erst 45 Meter über dem Boden begonnen, weshalb Anrainerin Hilde Raich die Parteienstellung in der Auseinandersetzung um eine Verlängerung des Pistenvorfeldes verweigert worden war. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Sicherheitszone nun auf den Boden geholt.

Verfahren könnten künftig langwierig werden, meint Raich und fordert den Flughafen auf, mehr den Konsens mit der Bevölkerung zu suchen. Flughafendirektor Reinhold Falch nimmt die Entscheidung zur Kenntnis und betont, dass Anrainer schon bisher eingebunden gewesen seien.

150 Meter breiter Wiesenstreifen

Falch hat kürzlich ein stark abgespecktes Projekt für die umstrittene Verlängerung des westlichen Pistenvorfeldes vorgelegt. Aus Sicherheitsgründen soll der Landepiste ein mindestens 150 Meter breiter Wiesenstreifen folgen.

In Innsbruck sind es derzeit im Westen aber nur 60 Meter, gefolgt von einem Damm und dem Inn. Dem heftigen Widerstand gegen dessen Verlegung setzt Falch nun einen Kompromiss entgegen: Die Landebahn selbst soll um 60 Meter verkürzt, der Inn müsste nur um 30 bis 60 Meter "verschoben" werden. Die Kosten würden halbiert, fertig sein könnte es in zwei Jahren. Anrainervertreter signalisieren Gesprächsbereitschaft, fordern aber Garantien gegen eine schleichende Erweiterung, die Großflugzeugen die Landung erlauben könnte. (hs, DER STANDARD Printausgabe 14.2.2003)

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    Anlage des ersten Innsbrucker Flughafens - Vor den beiden Hangars steht eine Junkers F-13,die ab 1926 die Strecke Wien-Salzburg-Innsbruck flog

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