Kärntner Beamter rehabilitiert

14. Februar 2003, 12:57
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Vom Kärntner Landeshauptmann suspendiert, obwohl die Amtsinspektion keine Verfehlungen feststellen konnte

Klagenfurt - Der frühere Leiter des Sportreferates der Kärntner Landesregierung, Stefan Genser, ist voll rehabilitiert. Sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe erwiesen sich als unhaltbar. Das Disziplinarverfahren wurde eingestellt. Genser könnte nun theoretisch wieder ins Sportreferat zurückkehren.

Dem SP-nahen Beamte waren 1999 - also schon bald nach dem blauen Machtwechsel in Kärnten - von Landeshauptmann Jörg Haider und dem damaligen FP-Sportlandesrat Mathias Reichhold Ungereimtheiten bei der Sportförderung vorgeworfen worden.

Anschuldigungen gegen den Leiter des sportmedizinischen Instituts

Die "Affäre" Genser war gleichzeitig mit den Anschuldigungen gegen den Leiter des sportmedizinischen Instituts und früheren Olympiasieger, Karl Schnabl, und dem Landessekretär des Kärntner Radsportverbandes, Norbert Steiner, durch die Medien gegangen. Nachdem die Statsanwaltschaft Klagenfurt bereits die Anzeige gegen Schnabl niedergelegt hatte und sich die Anschuldigungen gegen Steiner als ebenso haltlos erwiesen, stellt nun die Disziplinarkommission des Landes Kärnten auch das Verfahren gegen Stefan Genser ein.

Keine Verfehlungen

Genser war vom Kärntner Landeshauptmann suspendiert worden, obwohl die Amtsinspektion keine Verfehlungen feststellen konnte. Die Suspendierung wurde zwar zwei Wochen später wieder aufgehoben, Genser jedoch ins Sozialreferat sozusagen "strafversetzt". Dagegen legte er Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof ein.

Nachdem nun das Disziplinarverfahren gegen ihn eingestellt wurde, muss Genser wieder eine adäquate Leiterstelle erhalten. Welche das sein wird, soll kommenden Dienstag in einem Gespräch mit der Landesamtsdirektion geklärt werden. Offen ist, ob der ehemalige Sportsekretär wieder in sein altes Referat zurückkehrt. Dieses wurde sofort mit einem von Haider akzeptierten Mann besetzt.

Genser ist erleichtert: "Jetzt ist festgestellt, dass ich keine Verfehlungen begangen habe." Norbert Steiner, der vom Land gekündigt worden war, hat auf Wiedereinstellung geklagt. (stein, DER STANDARD Printausgabe 14.2.2003)

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