Jährlich 20.000 Tote durch Pestizid-Einsatz

13. Februar 2003, 20:25
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FAO-Kodex sollte Abhilfe schaffen

Wien - Der Gebrauch von Pestiziden ist jährlich für etwa 25.000 Vergiftungsfälle, und 20.000 Tote weltweit verantwortlich.

Obwohl hauptsächlich in den Industriestaaten genutzt, kommt es fast ausschließlich in den Entwicklungsländern zu Vergiftungen. Ein internationaler Kodex für Pestizide solle nach Welternährungsorganisation FAO die Gefahren für Gesundheit und Umwelt verringern.

Schlechte Lagerung

In vielen der ärmsten Staaten werden bei der Anwendung und Lagerung von Agrarchemikalien nicht einmal die Mindeststandards eingehalten, so die FAO. Hochgiftige Produkte sind leicht zugänglich, Schutzkleidung ist oft zu teuer und bei feuchtem und heißem Klima kaum zu tragen.

Der FAO-Kodex sollte den gesamten Produktzyklus, die Entwicklung, Produktion, Verpackung, Beschriftung, Verbreitung, Anwendung und Beseitigung von Pestiziden und verseuchtem Material regeln. Die Industrie wird aufgefordert, "nur qualitativ angemessene Pflanzenschutzmittel anzubieten". Die Erzeuger sollten besonders auf die Auswahl von Pestizidformulierungen, die Verpackung und Beschriftung achten.

Produkte, die für Menschen, Tiere und die Umwelt besonders gefährlich sind, sollten vom Markt genommen werden. Leider würden immer noch hochgiftige und billige Insektizide hergestellt und exportiert.

Der FAO-Kodex appelliert außerdem, die Ansammlung von entsprechendem Müll zu vermeiden. Mehr als 500.000 Tonnen alter und ungenutzter Pestizide, die verboten oder deren Verfallsdatum inzwischen längst überschritten wurde, bedrohen Millionen Menschen und die Umwelt in nahezu allen Entwicklungsländern und in Osteuropa. (APA)

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