Heereschef zu Jets: "Aufschub heißt Ende"

13. Februar 2003, 19:52
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Abfangjäger für Grüne "entscheidende Frage"

Wien - Für den Tiroler Grünen-Chef Georg Willi sind die Abfangjäger die "entscheidende Frage" der Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP - aus Sicht des Militärs ist der Ersatz der veralteten Draken allerdings ein zentraler Punkt.

General Roland Ertl zum STANDARD: "Ein Verzicht auf die Abfangjäger ist eine Selbstaufgabe des Bundesheeres. Das ist nicht verhandelbar. Es ist nicht ,relativ teuer', die Draken weiter zu betreiben, wie behauptet wird, es ist unmöglich, weil die Prüf- und Messmittel sowie die Ersatzteile ab 2005 nicht mehr vorhanden sind, sie werden ja gar nicht mehr hergestellt."

Wenn Politiker jetzt von einem Aufschub redeten, dann müsse man wissen: "Aufschub heißt ein Ende der Düsenfliegerei. Wenn man verheißt, dass später wieder ein Flugzeug gekauft wird, dann gibt es zumindest eine Lücke in der Luftraumüberwachung, wenn gar nichts kommt, ist es das totale Ende. Davor haben wir immer gewarnt."

Auch in der FPÖ gibt es Zweifel, wie es mit dem Heer weitergehen soll: Von einem Finanzminister Karl-Heinz Grasser sei nicht mehr Geld zu erwarten - Verteidigungsminister Herbert Scheibner kommen aber auch die Forderungen des 3. Nationalratspräsidenten Thomas Prinzorn ungelegen, der vom Eurofighter los will. Scheibner sieht alle derzeitigen Regierungsmitglieder an den Eurofighter-Beschluss gebunden. (cs/DER STANDARD, Printausgabe, 14.2.2003)

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