"Kahnsinn" und "Bohlenbrooks"

13. Februar 2003, 19:00
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Worte des Jahres der Pons-Redaktion

Der deutsche Fußball-Nationaltorwart Oliver Kahn und Schlager-Barde Dieter Bohlen haben es bis in die Wörter des Jahres geschafft. Die Wortschöpfungen "Kahnsinn" und "Bohlenbrooks" wurden am Donnerstag in München von der Pons-Redaktion als zwei der zehn kreativsten Begriffe des Jahres 2002 ausgezeichnet.

"Pons Pons 2003"

Der undotierte Medienpreis "Pons Pons 2003" der Experten für die grünen Wörterbücher im Stuttgarter Klett-Verlag wurde zum dritten Mal verliehen. Er geht traditionell an Journalisten, die sich im abgelaufenen Jahr als besonders kreative Wortschöpfer verdient gemacht haben.

"Kahnsinn" steht für den tragischen WM-Held Kahn, der nach einer fehlerlosen Weltmeisterschaft im Finale gegen Brasilien entscheidend patzte. "Die Bohlenbrooks" bezog sich - in Anlehnung an Thomas Mann - auf Bohlens im Herbst vorgestellte Autobiografie "Nichts als die Wahrheit".

"Miles and Moritz"

Auch der Medienberater Moritz Hunzinger und der deutsche Finanzminister Hans Eichel wurden in den kreativsten Wörtern aufgespießt. "Miles and Moritz" spielte auf die Politaffäre im Sommer um Bonusmeilen und Hunzingers Handgelder an, der "Sparminator" galt Eichels Sparpolitik.

Zwei ebenfalls ausgezeichnete Wortschöpfungen drehten sich um den Euro. Mit "Euro-Payer" waren die in der neuen Währung zahlenden EU-Bürger gemeint, die "Teuroristen" bezeichneten die Erfinder des "Teuros". Auch "Kaufregung" handelte vom Geld und hat sich inzwischen als Ersatzbegriff für "Kaufrausch" durchgesetzt.

Außerdem wurden die Wörter "Hemmokratie" als Synonym für den fehlgeschlagenen Bürokratieabbau, "Bosswoman" für karrieristische Frauen und "Erscheinungsbildhauer" für den Grafikdesigner Kurt Weidemann prämiert. Den Begriff "gefühlte Inflation" konnte die Pons-Redaktion nicht aufnehmen: Der Erfinder des Wortes ließ sich nicht mehr auftreiben. (APA/dpa)

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