Busek im STANDARD-Interview: "Manche Grüne sehen sich als bessere Rote"

14. Februar 2003, 11:30
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Ex-ÖVP-Chef: Grüne bei Scheitern der Koalitionsgespräche existenzgefährdet

STANDARD: Als früherer Wiener VP-Chef (der 1983 plakatieren ließ "Grün heißt in Wien: Busek - ÖVP") kennen Sie die Grünen besser als andere in der ÖVP. Werden Schwarz und Grün zusammenkommen?
Busek: Das hängt erstens davon ab, ob die ÖVP die Eigenheit der Grünen versteht. Und zweitens, ob die Grünen mit sich selbst ins Reine kommen.

STANDARD: Was ist die Eigenheit der Grünen?
Busek: Von ihrer Geschichte her sind sie eher eine Protestbewegung als eine politische Partei. Zweitens sieht ein Teil der Grünen ihre Bewegung als die bessere rote Partei.

STANDARD: Eine Art kleine SP-Abspaltung - speziell in Wien?
Busek: Jawohl. In den Bundesländern weiter westlich sind die Grünen der ÖVP näher - manche hätten durchaus im ÖVP-Spektrum Platz gehabt, wenn man sich ihrer angenommen hätte.

STANDARD: Welche Koalition wünschen Sie sich persönlich?
Busek: Eigentlich bin ich ein alter Großkoalitionär. Aber leider gibt es in der SPÖ die gleichen Sturköpfe wie 1994, die nicht bereit sind, irgendetwas zu ändern.

STANDARD: Und wenn die schwarz-grünen Verhandlungen scheitern?
Busek: Dann ist die Gefahr groß, dass die Grünen politisch überhaupt ausscheiden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.2.2003)

  • Busek: "Eigentlich bin ich ein
alter Großkoalitionär. Aber
leider gibt es in der SPÖ die
gleichen Sturköpfe wie 1994,
die nicht bereit sind, irgendetwas zu ändern."
    foto: standard/cremer

    Busek: "Eigentlich bin ich ein alter Großkoalitionär. Aber leider gibt es in der SPÖ die gleichen Sturköpfe wie 1994, die nicht bereit sind, irgendetwas zu ändern."

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