Millionen Teilnehmer zu Friedens-Demos in aller Welt erwartet

13. Februar 2003, 15:14
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Weltweiter Aktionstag gegen Irak-Krieg am Samstag

Berlin - Rund um den Globus wollen am Samstag Millionen von Menschen gegen den erwarteten Irak-Krieg demonstrieren: In Berlin, Paris, London und anderen europäischen Hauptstädten werden die Kriegsgegner ebenso auf die Straße gehen wie in New York Tokio oder Sydney. Insgesamt sind demnach in 50 Staaten Aktionen geplant. In Österreich findet die zentrale Großkundgebung in Wien statt.

In vielen europäischen Städten wollen am Samstag Kriegsgegner auf die Straße gehen - insbesondere in jenen Ländern, deren Regierungen hinter dem Irak-Kurs der USA stehen. In London etwa werden Presseberichten zufolge bis zu 500.000 Menschen erwartet, die auf einer zentralen Kundgebung ihrem Unmut über die Unterstützung der USA durch Premierminister Tony Blair Luft machen wollen. Zu den Rednern gehören neben dem Londoner Bürgermeister Ken Livingstone auch der US-Menschenrechtler Jesse Jackson.

In Deutschland hat ein Bündnis aus knapp 50 Organisationen zu einer zentralen Kundgebung in Berlin aufgerufen. Für den Protestmarsch erwarten die Veranstalter mehr als 80.000 Menschen. Teilnehmen sollen unter anderem auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) und der Liedermacher Konstantin Wecker.

In Italien hat ein breites Spektrum von Organisationen zu einer Großkundgebung in Rom aufgerufen, das von den großen Gewerkschaften bis hin zum globalisierungskritischen Bündnis Attac reicht. Gerechnet wird mit bis zu einer Million Demonstranten. Bereits Anfang November hatten beim "Ersten Europäische Sozialforum" in Florenz zwischen 500.000 und einer Million Menschen gegen den Irak-Krieg demonstriert. Dabei war auch der 15. Februar als internationaler Protesttag festgelegt worden. In Spanien riefen etwa 40 Parteien, Gewerkschaften und Organisationen zu Kundgebungen im ganzen Land auf. Die Veranstalter rechnen ebenfalls mit bis zu einer Million Teilnehmern.

In Frankreich werden bei verschiedenen Demonstrationen, zu denen Linksparteien und Gewerkschaften aufgerufen haben, mehrere hunderttausend Menschen erwartet. An der größte Kundgebung in Paris wollen sich auch zahlreiche Politiker beteiligen, darunter Sozialistenchef Francois Hollande. Auch in Athen, Budapest, Prag, Preßburg, Zagreb oder Amsterdam sind Friedensaktionen und Kundgebungen geplant.

In den USA rechnen die Veranstalter damit, dass mehrere hunderttausend Menschen zu der Großkundgebung in New York nahe dem Sitz der Vereinten Nationen kommen. Ein Demonstrationszug direkt am UNO-Gebäude vorbei hatte die Stadtverwaltung unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken untersagt. Zu den Rednern der Kundgebung, zu der etwa 200 Organisationen aufgerufen haben, gehören der Sänger Harry Belafonte, die Schauspielerin Susan Sarandon oder der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu. Die Friedensdemonstranten werden auch von Angehörigen der Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 unterstützt. (APA)

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