Magna: Allrad-Markt wird sich verdoppeln

13. Februar 2003, 15:12
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Marketing-Vorstand Hödl erkennt den Trends: "Jeder Dritte wünscht sich ein AWD-Fahrzeug"

Graz - Klare Vorstellungen präsentierte am Donnerstag der Marketing-Vorstand der Magna Steyr Fahrzeugtechnik, Hubert Hödl, beim 4. Allrad-Kongress in Graz zur Studie "Wie viel Allrad braucht der Markt?": "Doppelt so viel wie zur Zeit", Weltweit haben derzeit 17 Prozent der Autos einen Allradantrieb, aber 38 Prozent der Lenker wünschen sich einen solchen, geht aus einer internationalen Umfrage hervor, die im vergangenen Jahr unter Autofahrern, Autoherstellern und Fachjournalisten durchgeführt worden war.

Die Allrad-Begehrlichkeit sei dabei in den USA doppelt so hoch wie in Europa, so Hödl: In den Vereinigten Staaten wollten 51 Prozent der befragten Frauen und 55 Prozent der befragten Männer auf vier Rädern angetriebenes Fahrzeug. In Europa sind es 27 Prozent der Frauen bzw. 22 Prozent der Männer. Dabei gaben rund 68 Prozent aller befragten Amerikaner an, bereits über eigene Allrad-Erfahrung zu verfügen. Bei den befragten Europäern sind es nur 45 Prozent.

Die Emotion spiele bei Allrad eine besondere Rolle, denn als Vorzüge würden Freiheitsgefühl, Fahrdynamik, Image, Individualität und Exklusivität angegeben, ebenso wie "rationale Kriterien wie Traktion, Sicherheit, Bodenfreiheit oder Robustheit", meinte Hödl. Allerdings müssten Automobilhersteller künftig ein Ergebnis der Studie berücksichtigen: In Europa würden 30 Prozent der Befragten, in den USA rund 28 Prozent angeben, dass ihnen Allrad zu teuer sei. Hier sei die Industrie gefordert, so Hödl. Dieses Argument sei bei näherer Betrachtung aber nicht stichhaltig, erklärte der Magna-Marketing-Vorstand. Der höhere Preis würde durch den Mehrwert, etwa mit Fahrstabilität oder Sicherheit "voll wettgemacht".

In den USA werden derzeit im Jahresschnitt 16,4 Mio. Autos hergestellt, davon hätten 22 Prozent oder 4,2 Mio. einen Allradantrieb. Bei der jährlichen Gesamt-Produktionszahl in Europa von 16,2 Mio. Autos hat Allrad einen Anteil von 800.000 oder 5,2 Prozent. In Japan und anderen Herstellerländern betrage der 4WD-Anteil bei einer Jahresproduktion von 8,9 Mio. Fahrzeugen 22,4 Prozent oder rund 4 Mio. Stück. Davon gingen allerdings viele in den Export, meinte Hödl.

Wachstum werde es künftig vor allem bei den Systemen mit variabler Leistungsverzweigung geben. Automatik-und Manuell-Zuschaltung lägen nicht im Trend, sagte Hödl. Die Original Equipment Manufacturer (OEM), also die Auftrags-Automobilhersteller ohne eigene Marken würden von ihren Partnern aus der Zulieferindustrie laut Studie künftig u.a. die Gesamtfahrzeug-Kompetenz in Entwicklung und Produktion oder die Fähigkeit zur Systemintegration erwarten. Magna Steyr könne in dieser Hinsicht "das Anforderungsprofil der Automobilhersteller voll und ganz erfüllen". Neuen Schwung werde es durch vollvernetzte, elektronisch gesteuerte Systeme geben. (APA)

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