Aussichten für den Euroraum eingetrübt

13. Februar 2003, 14:19
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EZB-Umfrage unter Ökonomen weist wenig erfreuliches Ergebnis aus

Frankfurt - Die Konjunkturaussichten für den Euroraum haben sich seit dem Jahreswechsel nach Einschätzung von Ökonomen eingetrübt. Die Europäische Zentralbank wies in ihrem jüngsten Monatsbericht auf eine aktuelle Umfrage bei Experten unter anderem aus Finanzinstitutionen hin. Danach wurden die Wachstumserwartungen für den Euroraum für dieses Jahr auf 1,4 Prozent gesenkt. Bei der Umfrage im vierten Quartal 2002 waren die Experten noch von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Zugleich wies die EZB auf Risiken für die Konjunkturentwicklung hin. Die Anleger seien vor dem Hintergrund der anhaltender geopolitischer Spannungen nach wie vor risikoscheu. "Weitere Turbulenzen an den Ölmärkten könnten sich negativ auf die weltweite Wirtschaftstätigkeit und somit auch auf die Beschäftigung im Euro-Raum auswirken." Diese Bedenken belasteten auch das Verbrauchervertrauen, hieß es im Monatsbericht.

Gegenwärtig sei das wahrscheinlichste Szenario, dass die Wachstumsraten das realen Bruttoinlandsprodukte ab der zweiten Jahreshälfte ansteigen werden. Das aktuell niedrige Zinsniveau dürfte dazu beitragen, die von der hohen weltweiten Unsicherheit ausgehenden negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit auszugleichen, und dadurch zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung im Laufe des Jahres 2003 beisteuern.

Der starke Eurokurs dürfte nach Einschätzung der Währungshüter den Export nicht nachhaltig bremsen. Zwar könnte die Aufwertung in den vergangenen Monaten zwar zu einer gewissen Dämpfung des Exportwachstums beitragen, doch sei die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen des Euroraumes mittelfristig weiterhin günstig, erklärten die Währungshüter. Zudem dürfte das Ausfuhrwachstum von der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft profitieren. (APA/AP)

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