Firmenpleiten großteils "hausgemacht"

13. Februar 2003, 16:34
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KSV-Analyse: Über 80 Prozent aller Insolvenzen sind selbstverschuldet

Wien - Firmenpleiten waren auch 2002 zum größten Teil "hausgemacht", also selbst verschuldet. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV).

Nur in knapp einem Fünftel der Fälle sind externe Gründe wie Markteinbrüche, verschärfte Konkurrenz oder ruinöse Auswirkungen von Forderungsausfällen verantwortlich für den wirtschaftlichen Misserfolg. Mehr als 80 Prozent der 2.075 untersuchten Insolvenzfälle sind dagegen auf Versäumnisse und individuelle Fehler in den Betrieben selbst zurück zu führen.

Wie berichtet ist die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Österreich im vergangenen Jahr um rund 2 Prozent auf 5.281 Insolvenzen gestiegen. Laut Auskunft des KSV sind dabei "mindestens 10.000 Arbeitsplätze" verloren gegangen. Die geschätzten Passiva betrugen 3,4 Mrd. Euro (minus 2,9 Prozent).

"Fehler bzw. Verlustquellen im innerbetrieblichen Bereich" wie etwa das Fehlen des notwendigen kaufmännischen Weitblicks waren bei 30 (Vorjahr 34) Prozent aller Pleitenfälle der Hauptgrund für den Zusammenbruch, wie der KSV erhoben hat.

Bei 25 (Vorjahr 27) Prozent der Firmenpleiten war Fahrlässigkeit der Auslöser. Dem Begriff "Fahrlässigkeit" ordnet der KSV neben ungenügender Kenntnis des praktischen Wirtschaftslebens und mangelnder Branchenkenntnis u.a. auch das Fehlen einer geordneten Betriebs- und Rechnungsprüfung sowie übermäßige Investitionen und überflüssige Betriebserweiterungen zu.

Auf Kapitalmangel sind 20 Prozent der Firmenzusammenbrüche zurück zu führen, das waren um zwei Prozentpunkte mehr als 2001. Die Ursache "Fehler bzw. Verlustquellen im außerbetrieblichen Bereich" wie etwa eine schwache Konjunktur, Lohn- und Steuererhöhungen, der Ausfall von Lieferanten oder die Zahlungsunfähigkeit von Kunden war in 13 (Vorjahr 12) Prozent der Fälle für die Insolvenz verantwortlich.

Persönliches Verschulden wie überhöhte Privatentnahmen, Spekulationen, Vernachlässigung der Geschäftsführung oder betrügerische Handlungen waren für 7 (nach 6) Prozent der Pleiten maßgebend. (APA)

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