"EXPO Franz Joseph Land" in Klagenfurt

13. Februar 2003, 13:22
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Ein Museum könnte in Zukunft die legendäre Polarexpedition von Payer/Weyprecht würdigen

Klagenfurt - Die legendäre Polarexpedition von Julius Payer und Carl Weyprecht soll nun in Klagenfurt eine späte Würdigung erhalten. Der Klagenfurter Altbürgermeister Leopold Guggenberger ist nach jahrelangen Bemühungen seinem Ziel, eine "EXPO Franz Joseph Land" in der Lindwurmstadt zu errichten, ein großes Stück näher gekommen. Die russische Akademie der Wissenschaften hat zugesagt, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Die Akademie will sich mit der Universität Klagenfurt und dem "Payer-Weyprecht-Polarforschungsfonds" zusammentun, um das Projekt zu realisieren. Am Donnerstag soll in Klagenfurt eine entsprechende Absichtserklärung von Vizepräsident Valerij Koslow unterzeichnet werden. Der Bau des Museums ist mit Kosten von mehr als zehn Millionen Euro veranschlagt.

Würdigung in "Universum"

Ausgangspunkt für das Projekt war die Würdigung der Pioniertat von Payer und Weyprecht in der ORF-Sendereihe "Universum". Für "Arktis Nordost" ließen die Tochter Guggenbergers, Elisabeth, sowie Helmut Voitl im Sommer 1993 auf Franz Joseph Land die "Tegetthoff" als Filmkulisse originalgetreu nachbauen. 1994 besuchte der damalige Bürgermeister die Dreharbeiten sowie die von Payer und Weyprecht "Klagenfurt" genannte Insel. Dabei entstand die Idee, die Kulisse des Schiffes nach Klagenfurt zu bringen und ein Museum zu schaffen. Am 13. Dezember 1996 landete schließlich die "Tegetthoff", verpackt in fünf Containern, in der Kärntner Landeshauptstadt, wo sie im Europapark wieder aufgestellt werden soll.

Faszination der Landschaft

Das Interesse der russischen Wissenschafter an dem Projekt liegt unter anderem darin, dass Russland in die Polarexpedition von Payer und Weyprecht involviert war. In Klagenfurt soll nach Realisierung des Baus über die Geschichte der Arktis, aber auch über physikalische und meteorologische Eigenarten dieser Region der Erde geforscht werden. Weitere Attraktionen des Museums sollen Wanderwege, Eisszenarien, Forschungsergebnisse und Aufzeichnungen Payers und Weyprechts sein. "Wir wollen nicht nur die Leistungen der Forschung, sondern auch die Faszination der Landschaft darstellen", meint dazu Initiator Guggenberger. "Die Arktis soll sozusagen greifbar gemacht werden."

Vermessung und Benennung

Die Expedition unter Oberleutnant Payer und Leutnant Weyprecht war mit der "Tegetthoff" 1872 von Bremerhaven Richtung Arktis aufgebrochen. Am 30. August 1873 wurde eine Inselgruppe entdeckt, die nach Kaiser Franz Joseph I. "Franz Joseph Land" benannt wurde. Es folgte die Entdeckung zahlreicher Inseln, Kaps, Sunds, Fjorde, Gletscher und Berge. Sie alle wurden von Payer geographisch vermessen und mit Namen versehen, so unter anderem Kap Tegetthoff, Kap Grillparzer, Wilczek Land (nach dem Förderer der Expedition, Graf Johann Nepomuk von Wilczek) und Insel Klagenfurt (in Würdigung der Unterstützung durch das Komitee in Klagenfurt).

Nachdem das Schiff im Packeis eingeschlossen worden war, musste es aufgegeben werden, die 24-köpfige Mannschaft marschierten 550 Kilometer durch die Arktis, bis sie das offene Meer erreichte und von einem russischen Schiff aufgenommen wurde. Einer der Männer kam ums Leben. In der Folge gerieten Payer und Weyprecht in Vergessenheit. (APA)

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