Protest gegen geplante Umstrukturierung

13. Februar 2003, 12:00
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HuSo: "Das Ende eines unabhängigen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung"

Wien - Die Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Universität Wien, die größte Fakultät Österreichs, protestiert gegen die geplante Umstrukturierung der Forschungsförderungslandschaft. "In der vorliegenden Fassung würde die geplante Dachorganisation für Wissenschaft, Forschung und Technologie (DFTI) das Ende eines unabhängigen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bedeuten", heißt es am Donnerstag in einer Stellungnahme des Fakultätskollegiums, der sich fünf weitere Dekane der Uni Wien "vollinhaltlich" angeschlossen haben.

Nach Ansicht der Wiener Dekane - von den acht Fakultäten haben sich nur die medizinische und die naturwissenschaftliche nicht dem Protest angeschlossen - wäre mit diesem Vorschlag das seit Jahrzehnten bewährte Modell des FWF für die Förderung der Grundlagenforschung an den Universitäten zerstört. "Politischer Einflussnahme auf den FWF ist über das vorgesehene Weisungsrecht Tor und Tür geöffnet", heißt es in der Stellungnahme. Zudem sei zu befürchten, dass in der neuen Konstruktion der FWF finanziell ausgehungert werde. Für die Dekane ist die Zusammenlegung oder Verkoppelung von FWF und Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) "forschungspolitisch ein absurder Gedanke", da Interessen vermengt würden. "Die geplante Neukonstruktion in der Förderung würde die Grundlagenforschung an den Universitäten schwer schädigen", heißt es in der Stellungnahme, in der Gehrer aufgefordert wird, "keine Forschungspolitik gegen die Universitäten zu machen". (APA)

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