ORF zeigt umstrittene Doku zu Michael Jackson

17. Februar 2003, 15:33
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Der brisante Film zeigt Michaels Verhältnis zu Kindern - Jackson gab sofort nach Erscheinen eine Gegendarstellung in Auftrag

Wien - Der ORF sendet am 22. Februar (22.40 Uhr, ORF 1) die Dokumentation "Weltsensation! Michael Jackson - Hautnah", in der der Pop-Superstar mit intimen Einblicken und Bekenntnissen für Aufsehen sorgte. "Hautnah" kann vor dem Fernsehschirm überprüft werden, ob sich Jackson wirklich - wie er selbst meint - "nie einer plastischen Operation" unterzogen hat (einzig seine Nase habe er zwei Mal operieren lassen, um besser atmen zu können). Für heftige Reaktionen sorgte auch Jacksons Geständnis, dass er sehr wohl und noch immer mit zahlreichen Kindern das Bett teile.

Sechs Monate mit Jackson

Die 90-minütige Dokumentation stammt vom britischen Starjournalisten Martin Bashir, der das 44-jährige Popidol Jackson acht Monate lang begleitete und Zugang zu Jacksons luxuriösen Privat- und Schlafgemächern in "Neverland" erlangte. Im Streifen nimmt Jackson Stellung zu den Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs, spricht über die plastischen Operationen, die er an sich vornehmen ließ (oder auch nicht), und sagt, dass er zur Mutter seines zweiten Sohnes Prince Michael II. eine Beziehung hatte - um es an einer anderen Stelle des Interviews wieder zu dementieren.

Jackson gab Gegendarstellung in Auftrag

Jackson selbst hat gegen die Dokumentation, die seiner Meinung nach ein "völlig verzerrtes Bild" seines Verhaltens als Vater dreier Kinder zeige, Beschwerde eingebracht und einen eigenen Film veröffentlicht, der seine Sicht der Dinge zeigt. Der Autor des Films habe sein Vertrauen missbraucht und eine "schreckliche und unfaire Sendung" produziert. "Ich würde niemals einem Kind etwas zu Leide tun", wird Jackson aus einer Stellungnahme zitiert.

Jacksons Auftragswerk

In den nun veröffentlichten Videoaufnahmen drückt Bashir dagegen seine Bewunderung für Jackson als Vater aus. "Deine Beziehung zu deinen Kindern ist spektakulär", wurde Bashir von der BBC zitiert. "Ich muss fast weinen, wenn ich dich mit ihnen sehe, weil deine Interaktion mit ihnen so natürlich ist, so liebevoll, so mitfühlend."

Dies zeigt nach Darstellung Jacksons, dass Bashir entweder ihn oder aber sein Fernsehpublikum belogen hat. In jedem Fall sei der Journalist, der acht Monate mit ihm zusammen verbracht hatte, heuchlerisch.

Jackson war vor zehn Jahren beschuldigt worden, einen 13-jährigen Buben missbraucht zu haben. Bashir kritisierte in der Dokumentation: "Ich hätte gedacht, dass er jetzt vorsichtiger sein würde. Aber zu meinem großen Erstaunen musste ich feststellen, dass noch immer Kinder bei ihm übernachten." (APA/dpa)

TV-Tipp
ORF 1 - 22. Februar, 22.40 Uhr
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