Roche senkt Preis für Aids-Medikament Viracept

13. Februar 2003, 11:47
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Basel - Der Schweizer Pharmakonzern Roche senkt den Preis für das Aids-Medikament Viracept in Entwicklungsländern. In Zukunft wird das Medikament zu Non-Profit-Preisen Regierungen und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) in Ländern südlich der Sahara und den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zur Verfügung gestellt. "Um zu garantieren, dass Viracept nur in den vorgesehenen Ländern zu diesem Preis erhältlich ist und nicht in andere Länder verkauft wird, wird nach Wegen gesucht, die Verpackungen unterschiedlich zu gestalten", sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Schritt, das Medikament zu Selbstkostenpreisen zu verkaufen, sei nicht auf den Druck von Aids-Interessensgruppen zurückzuführen, heißt es weiter. Vielmehr wurde die seit längerem ins Auge gefasste Preisreduktion durch die Lizenz-Partner Pfizer und Japan Tobacco verzögert. Japan Tobacco hält die Patentrechte an Viracept.

Noch relativ hoher Preis

Ab 1. März wird der Preis für eine Viracept-Monatspackung bei 62 Euro liegen. Die Kosten für eine Jahresversorgung liegen bei 545 Euro. Damit liegt der Preis zwar im Vergleich zu anderen Aids-Medikamenten noch immer höher. Die Kosten sind aber mit Preisen für andere so genannte Protease-Inhibitoren vergleichbar. Diese haben nach der Einführung Mitte der 90er-Jahre die Behandlung von HIV/Aids wesentlich verbessert und sind heute zentraler Bestandteil in der Dreifach-Therapie.

In den vergangenen Jahren ist der Druck auf Aids-Medikamentenhersteller, die Preise zu senken, zunehmend größer geworden. Als Folge reduzierten sich in Afrika die Preise um 85 bis 90 Prozent. Roche wurde allerdings angelastet, nur schleppend zu agieren. Im vergangenen Jahr fand die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen scharfe Worte für Roche, da einem Aids-Patienten in Kamerun eine Virarecpt-Behandlung jährlich rund 4.000 Euro kostete. (pte)

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