Aufwärtstrend bestätigt

13. Februar 2003, 14:56
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Mehr Frauen als Männer machten im Studienjahr 2001/02 ihren Abschluss -AbsolventInnen-Zahlen steigen generell weiter leicht an

Wien - Frauen sind bei den Universitäts-Abschlüssen nach wie vor auf der Überholspur. 2000/01 verbuchten die Statistiken des Bildungsministeriums österreichweit erstmals einen Überhang an Absolventinnen, 2001/02 setzte sich dieser Trend fort. Das vergangenen Studienjahr, das erste mit Studiengebühren, brachte generell einen neuen Rekord an Studienabschlüssen.

Frauenquote von 50,4 Prozent

Im Studienjahr 2001/02 standen 8.630 frischgebackene Akademikerinnen 8.183 männlichen Kollegen gegenüber das bedeutet eine Frauenquote von 51,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag die Frauenquote noch bei 50,4 Prozent, Anfang der neunziger Jahre noch bei rund 40 Prozent.

Auch wenn die Zuwächse bei den GesamtabsolventInnenzahlen nicht mehr so dramatisch ausfielen wie 2000/01 - damals gab es ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr davor - konnte der historische Rekord abermals in die Höhe geschraubt werden. 16.813 frisch gebackene AkademikerInnen verließen 2001/02 die Unis, ein Jahr zuvor waren es 16.700.

Unterschiede zwischen den Unis

Beim Blick auf die einzelnen Unis fallen erhebliche Unterschiede auf. So gab es 2001/02 an der Universität Klagenfurt eine drastische Zunahme an AbsolventInnen. 621 Personen beendeten ihr Studium erfolgreich, ein Jahr zuvor waren es 358 gewesen. Ein Minus meldet dagegen die Technischen Universität Graz, 2001/02 wurden 790 StudentInnen graduiert, 2000/01 waren es noch 1.087 gewesen.

Gehrer zufrieden....

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) ist angesichts der jüngsten Statistiken nicht nur mit der gestiegenen Frauenquote zufrieden. "Es zeigt sich, dass die Erhöhung der Absolventenquote nach der Einführung der Studienbeiträge ein nachhaltiger Effekt ist", so die Ressortchefin. Die Beiträge würden "zu mehr Ernsthaftigkeit beim Studium" führen.

...GRAS macht auf geringen ProfessorInnenanteil von 6,8 % aufmerksam

In einer ersten Reaktion auf die satten Töne von Gehrer konterte GRAS-Sprecher Joe Frey Frey: "Was werden sich jene Studierende bei derartigen Stellungnahmen denken, die aufgrund der unsozialen Beiträge ihr Studium abgebrochen bzw. erst gar nicht begonnen haben? - Gehrer soll sich nicht als Anwältin der Interessen Studierender gebärden. Vielmehr müsste sie sich für den bildungspolitischen Horror der letzten Jahre bei uns kniefälligst entschuldigen".

Weiters betonte er, dass der Frauenanteil unter den ProfessorInnen mit 6,8 % nach wie vor verschwindend gering ist.
GRAS-Sprecherin Andrea Puslednik freute sich zwar über die positive Entwicklung im Bereich der Absolventinnen-Zahlen, betonte aber, dass diese auf den freien Hochschulzugang vor Einführung der Studiengebühren zurück zu führen wäre: "Dass sich Gehrer diesen 'Erfolg' auf ihre Fahnen heftet, ist anmaßend und höchst unseriös." Gehrer habe es verabsäumt, durch effektive Frauenförderung an den Universitäten das Fortkommen von Wissenschafterinnen zu forcieren. "Wenn Gehrer ins Propagandahorn bläst, hört ohnehin niemand mehr hin", schließt GRAS-Sprecher Joe Frey. (APA/red)

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