Soziale Gerechtigkeit als Auftrag

13. Februar 2003, 11:11
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CARE Österreich unterstützt Frauen in Entwicklungsländern, wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit zu erreichen

Wien - Obwohl Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung stellen, bleiben ihre Bildungschancen, ihr Anteil an den Gütern der Welt oder ihre Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung weit unter der 50-Prozent-Marke. Die Hilfsorganisation CARE zeigt nicht nur Missstände im Bezug auf Frauen auf, sie setzt mit ihrer Projektarbeit in vielen Regionen der Welt konkrete Maßnahmen für und mit Frauen um.

Die vergessene Mehrheit

70 Prozent der in Armut lebenden Menschen sind Frauen. In den Entwicklungsländern ist die Müttersterblichkeit im Vergleich zu den Industriestaaten um ein Vielfaches höher. Von den weltweit 876 Millionen AnalphabetInnen sind zwei Drittel Frauen. Den Erwartungen zufolge wird diese Zahl innerhalb der nächsten 20 Jahre nicht abnehmen. Die Einbindung von Frauen in politische Entscheidungsprozesse steht in keiner Relation zu den männlichen Kollegen. Weltweit werden nur 13 Prozent aller Parlamentssitze von Frauen gehalten.

CAREs Philosophie

Ulrike Schelander, Geschäftsführerin CARE Österreich: "Als internationale Hilfsorganisation ist sich CARE seiner Verantwortung vor allem Frauen gegenüber bewusst und nimmt die soziale Ungerechtigkeit als klaren Arbeitsauftrag an. Die Gender-Thematik, bzw. die Ermächtigung von Frauen zur gleichgestellten und aktiven Teilhabe am sozialen und wirtschaftlichen Leben, sind Grundlage der Projektstrategie bei CARE. Frauen wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen, ist einer unserer Lösungsansätze, um Frauen in ihren Rechten zu stärken und damit der Armut entgegenzuwirken. Das ist unsere Philosophie, unser Bestreben und unser Tun."

Aussichtsreiche Projektideen

CARE Österreich setzt auch in diesem Jahr seinen Projektschwerpunkt auf Frauen. UN-Studien belegen, dass der Ansatz durch Frauen besonders wirkungsvoll ist. Im Portfolio des Vereins für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe finden sich Frauenprojekte im Westjordanland, Äthiopien, Simbabwe, Guatemala und Nikaragua zum Thema politische Partizipation, im Bereich Gesundheit und Bildung sowie Verbesserung der Einkommenssituation für Frauen. So führt zum Beispiel CARE in zwei Provinzen von Simbabwe ein Kleinkreditprojekt mit Frauengruppen durch. Dabei werden die Frauen in betriebswirtschaftlichem Know-how und Rechtsangelegenheiten geschult. Gleichzeitig sparen die Frauengruppen gemeinsam kleine Geldbeträge an, um aus dem von ihnen selbstverwalteten "Topf" Kredite für Anschaffungen, wie Werkzeuge oder Materialien zu tätigen. Aufgrund des großen Erfolges konnte CARE diese Projektidee bereits auf andere Provinzen in Simbabwe ausdehnen.

Kein Krieg gegen den Irak

Auch im Irak ist CARE seit dem Ende des Golfkrieges 1991 mit Projekten tätig. Schon jetzt leidet die Bevölkerung an Nahrungs- und Wassermangel, verfallenden Gesundheits- und Bildungssystemen und einer kollabierenden oder zerstörten Infrastruktur und Wirtschaft. Gewahr der misslichen humanitären Lage im Land warnt die Organisation entschieden vor den Folgen einer militärischen Aktion gegen den Irak. (red)

  • Kleinkreditprojekte sollen der weiblichen Armut in Simbabwe entgegenwirken.
    foto: care österreich
    Kleinkreditprojekte sollen der weiblichen Armut in Simbabwe entgegenwirken.
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