"Jugendliche brauchen männliche Vorbilder"

13. Februar 2003, 10:18
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Lega Nord warnt vor zu vielen Lehrerinnen in italienischen Schulen

Rom - Die rechtspopulistische Lega Nord warnt in Italien vor der stark steigenden Zahl von Lehrerinnen im italienischen Schulsystem. Der starke Rückgang an männlichem Lehrpersonal könne zu einem "Handicap im Bildungs- und Reifungsprozess der Jugendlichen" werden, hieß es in einem Schreiben der Lega-Abgeordneten Giovanna Bianchi Clerici im römischen Parlament. Vor allem Burschen würden Bezugspersonen und Vorbilder fehlen, die für ihre Entwicklung wichtig sein.

Maßnahmen zur Förderung von Lehrern

Im Rahmen einer tiefgreifenden Reform des Schulwesens forderte die Lega Nord, Mitglied des Regierungsbündnisses von Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Maßnahmen zur Förderung der Einstellung von Lehrern, die mit der in der Verfassung verankerten Gleichstellung der Geschlechter verträglich seien. "Das Problem ist gravierend. In den letzten Jahrzehnten ist die Schule immer mehr zu einem Reich der Frauen geworden. Dies hängt zum Großteil mit dem andauernden Verlust an wirtschaftlichem und sozialen Prestige des Lehrerberufs und des Schulwesens zusammen. Den Lehrerberuf ergreifen hauptsächlich Frauen, weil sie dank der kürzeren Arbeitszeiten das Familienleben leichter mit der Arbeit verbinden können", so die Lega-Abgeordnete.

Schlechter Verdienst

In den vergangenen Jahren kam es öfters in Italien zu Protestaktionen der LehrerInnen wegen der niedrigen Gehälter. "Nach zehn Jahren Arbeit verdienen wir weniger als ein Facharbeiter", klagten die VertreterInnen der 150.000 italienischen LehrerInnen, die jedoch im Vergleich zu ihren europäischen KollegInnen weniger Stunden pro Woche arbeiten. EinE italienischEr LehrerIn arbeitet durchschnittlich 748 Stunden pro Jahr, im EU-Schnitt arbeiten LehrerInnen 788 Stunden. (APA)

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    Gravierendes Problem für Lega Nord: Schule als ein "Reich der Frauen"
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