Berufsverbot für Pionier der "sanften Geburt"

13. Februar 2003, 09:59
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Gynäkologe Max Ploquin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Châteauroux - In Frankreich ist gegen einen der PionierInnen der "sanften Geburt" ein Berufsverbot und eine Bewährungsstrafe von acht Monaten verhängt worden. Das Strafgericht in der zentralfranzösischen Stadt Châteauroux befand den 72-jährigen Gynäkologen Max Ploquin der "fahrlässigen Tötung" schuldig. Im Oktober 1998 war ein Baby bei der Geburt erstickt.

Ploquin sprach von einem "Unfall", für den er sich "nicht verantwortlich" fühle. Er bekräftigte seine Ansicht, Frauen sollten zwischen einer Geburt mit der üblichen medizinischen Betreuung und der Methode der sanften Geburt wählen können, bei der auf den Einsatz medizinischer Geräte weitgehend verzichtet wird.

Die Autopsie nach dem tödlichen Zwischenfall im Jahr 1998 hatte ergeben, dass das Baby lebensfähig gewesen wäre. Der Tod war eingetreten, während die Gebärende mit Blutungen in eine Klinik transportiert wurde. Die Eltern hatten den Arzt anschließend verklagt. In dem Verfahren wurde Ploquin stark von ehemaligen Patientinnen unterstützt, die seine Methoden weiterhin befürworten. (APA/ag.)

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