Reges Interesse an ungarischer Postabank

13. Februar 2003, 09:39
posten

Auch BA-CA und Erste Bank interessiert

Wien/Budapest - Heftig umworben wird offenbar die zur Privatisierung anstehende ungarische Postabank. Julia Kiraly, Präsidentin der Bank, rechnet für die erste Runde des Privatisierungsverfahrens mit rund zehn Interessenten, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Auch aus Österreich wird Interesse von der Erste Bank sowie der im HypoVereinsbank (HVB)-Konzern für Mittelosteuropa zuständigen Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) signalisiert. Als potenzielle Käufer werden auch der italienische Unicredito, die belgische KBC sowie die ungarische OTP Bank genannt.

Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen werde sich die Bank anschauen, so ein Sprecher. Ungarn gehöre zu den Kernmärkten, in denen das Institut wachsen wolle. Dort verfügt die Erste Bank über rund 4 bis 5 Prozent, der wiederholt als zu gering eingestuft wurde. Von Seiten der BA-CA bestehe nach wie vor Interesse an der Postabank, man werde den nächsten Schritt, das Abholen des Informationsmemorandums, mitmachen. Die HVB Hungary sei die fünftgrößte Bank des Landes und vor allem im Firmenkundenbereich stark positioniert, so ein BA-CA. Es gebe noch Potenzial im Retailbereich, die Postabank sei dafür ein interessanter Vertriebspartner.

Vertriebskooperation

Ein wertvolles Asset der Postabank ist ihre im Dezember des Vorjahres für weitere zehn Jahre verlängerte Vertriebskooperation mit der ungarischen Post. In ganz Ungarn gibt es mehr als 3.000 Postämter. Zudem werden rund 13 Prozent aller ungarischen privaten Girokonten sowie 6,1 Prozent der privaten Einlagen bei der Postabank gehalten.

Verluste im Vorjahr

Im Vorjahr dürfte die Bank allerdings nach früheren Angaben von Postabank-Top-Managern einen Verlust von 1 Mrd. Forint (4,08 Mill. Euro) eingefahren haben, so die MTI. Allerdings werde dies die Privatisierung nicht beeinträchtigen, weil die Investoren Marktpotenzial und künftige Gewinne einkaufen würden, so die Manager. Die staatliche Privatisierungsagentur (APV) erwartet laut MTI wegen der guten Marktposition und der hohen Anzahl von Interessenten einen sehr guten Preis für die Bank. Durchgeführt wird der Verkauf in zwei Runden in einem offenen Tenderverfahren. Der Privatisierungsberater Concorde Ertekpapir Rt soll bis Ende März einen genauen Privatisierungszeitplan erstellen.

Die Bilanzsumme der der Postabank liegt bei 379 Mrd. Forint. Das Eigenkapital beträgt rund 20 Mrd. Forint. Der Staat hält direkt und indirekt 99,976 Prozent an der Bank. (APA)

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