Wahl in Kärnten: Nur SPÖ und ÖVP kandidieren in allen Gemeinden

13. Februar 2003, 08:08
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FPÖ erstmals in Zell Pfarre nicht vertreten - Liberales Forum tritt heuer nirgends an

Klagenfurt - "Nennungsschluss" ist zwar erst am Freitag um 12.00 Uhr, aber schon jetzt steht fest: Nur SPÖ und Volkspartei werden bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 9. März in allen 132 Kärntner Gemeinden kandidieren.

Die FPÖ ist erstmals bei Kommunalwahlen in Kärnten in der slowenischen "Paradegemeinde" Zell Pfarre (Bezirk Klagenfurt-Land) nicht vertreten. 1997 hatte man 29 Stimmen (5,6 Prozent) erreicht. Bis 1991 war man sogar mit einem Mandatar im Gemeinderat vertreten. "In einigen anderen Gemeinden wie etwa Frauenstein und Mallnitz sind Freiheitliche auf Namens- oder Gemeindelisten vertreten", sagte Landesgeschäftsführer Manfred Stromberger.

In Frauenstein (Bezirk St. Veit/Glan) stellt die FPÖ-nahe "Liste Frauenstein" mit Karl Berger, dem Vater der Büroleiterin von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, auch den Bürgermeister. Er bewirbt sich am 9. März erneut um den "Chefsessel". In der Wörther-See-Gemeinde Velden sind die vor der Nationalratswahl aufgetauchten Differenzen zwischen Orts- und Landespartei beseitigt. "Von einem Querulanten (Walter Sternad, Anm.) haben wir uns getrennt, mit dem bekannten Konditor Heinz Lunacek haben wir einen neuen, attraktiven Spitzenkandidaten", sagte Landesparteiobmann Martin Strutz zur APA.

Die Grünen werden in zumindest sechs Gemeinden antreten. Fix ist ihre Kandidatur in Klagenfurt, Villach, Völkermarkt (wo Landessprecher Friedrich Zirgoi im Gemeinderat sitzt), Wolfsberg, Reichenfels (war 1997 mit 6,1 Prozent die grüne Hochburg) und Velden (gemeinsam mit der slowenischen Einheitsliste). In St. Andrä/Lavanttal haben sich die Grünen mit der neuen Bürgerliste zusammen getan. In St. Paul/Lavanttal wird heuer nicht kandidiert. In Feldkirchen, Bad St. Leonhard, Maria Saal, Moosburg, Krumpendorf, Ebenthal und Maria Rain hängt eine Kandidatur davon ab, ob man bis Freitag über die erforderlichen Unterstützungserklärungen verfügt.

Die slowenische Volksgruppe ist wie schon vor sechs Jahren in 24 Gemeinden vertreten. Ihre Funktionäre kandidieren entweder über die Einheitsliste (Enotna Lista, EL) oder zweisprachige Gemeinschaftslisten.

Die KPÖ bewirbt sich in Klagenfurt und Villach um den Einzug in den Gemeinderat. Das Liberale Forum hat auf eine Kandidatur bei den diesjährigen Gemeinderatswahlen verzichtet.

Auch heuer gehen wieder diverse Namens-, Bürger- und Gemeindelisten ins Rennen. Allein in der Bezirksstadt Wolfsberg sind es vier, wobei die Wolfsberger Reformbewegung (WRB) und die Freie Bürgerliste (FBL) des ehemaligen FP-Abg. Günter Schönhart schon jetzt je einen Sitz im Stadtparlament haben.

Vor sechs Jahren hatten die Sozialdemokraten in 131 Gemeinde (es fehlte nur Rangersdorf) eine eigene Liste, die Freiheitlichen in 125, die ÖVP in 113. Weiters hatten in 24 Kommunen slowenische Listen, in acht Grün-Listen, in sechs Gemeinden das Liberale Forum, in einer (Villach) die KPÖ, in 20 Namenslisten und in 48 sonstige Listen kandidiert. (APA)

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