Israel ruft Botschafter aus Belgien zu Beratungen zurück

12. Februar 2003, 20:33
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Reaktion auf Urteil zu Strafverfolgung von Premier Sharon

Jerusalem - Nach der Entscheidung der belgischen Justiz zur Strafverfolgung des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon hat Israel seinen Botschafter in Belgien zu "Beratungen" zurückbeordert. Wie der Sprecher des israelischen Außenministeriums am Mittwochabend (heute) weiter mitteilte, wurde der belgische Botschafter in Israel für Donnerstag zu einem Treffen mit Außenminister Benjamin Netanyahu zitiert.

Das Kassationsgericht in Brüssel hatte wenige Stunden zuvor eine Strafverfolgung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon wegen Kriegsverbrechen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Solange Sharon im Amt sei, genieße er jedoch Immunität, entschied das Gericht. Antragsteller in dem Verfahren waren Überlebende der Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Herbst 1982. Sie werfen Sharon vor, den für das Blutbad direkt verantwortlichen libanesichen Milizen während des Einmarschs der israelischen Armee freie Hand gelassen zu haben. (APA)

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