Konservative nicht nach rechts drücken, sondern nach Mitte-Links ziehen

12. Februar 2003, 19:25
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Cohn-Bendit, Vorsitzender der Grünen im EU-Parlament, begrüßt Verhandlungen der Grünen mit ÖVP

Wien - Der Vorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Daniel Cohn-Bendit begrüßt die Regierungsverhandlungen der Grünen mit der ÖVP. Wenn man Schwarz-Blau verhindern wolle, "dann gibt es nur die Möglichkeit, mit der ÖVP ernsthaft über eine Regierung zu verhandeln. Der Versuch, zu einer Einigung zu kommen, ist richtig", sagt der französische Europaabgeordnete in der Donnerstag-Ausgabe der "Presse".

Gefahr der Grünen "nach rechts" zu rutschen oder "Feigenblatt" zu sein

Cohn-Bendit findet es "gut für Österreich, wenn eine gesellschaftlich-relevante Partei wie die Konservativen nicht nach rechts gedrückt wird, sondern wieder zur Mitte und nach Mitte-Links hin gezogen wird." Gleichzeitig sieht er aber auch die Gefahr, dass die Grünen "nach rechts" rutschen oder "als Feigenblatt" fungieren könnten. "Aber da sollte man sich selbst besser stärker denken als schwächer."

Auch für die Verhandlungen hat der deutsch-französische EU-Abgeordnete einen Rat an seine österreichischen Kollegen. "Die Probleme, die man kurzfristig nicht lösen kann, die muss man in ein Mediationsverfahren legen, da muss man sich kulturell annähern. Etwa in Fragen der Einwanderung, der Reformierung des Sozialstaates sollte man nicht zu schnell rangehen." (APA)

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    Daniel Cohn-Bendit

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