Strikt gegen das Klonen

13. Februar 2003, 19:36
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Bioethikkommission überlegt aber Genehmigung von Eizellenspenden

Wien - Die 19 Mitglieder der Bioethikkommission haben sich in einem Zwischenbericht an die Bundesregierung erneut einstimmig gegen das reproduktive Klonen ausgesprochen: Sie verstehen ihre Ablehnung nicht als ein vorläufiges, bloß von der Sicherheit des Verfahrens abhängiges Verbot, das Klonen sei aus mehreren Gründen prinzipiell abzulehnen.

Angeführt werden die folgenden: der Verstoß gegen die Menschenwürde (Instrumentalisierungsverbot); das Recht auf zweifache biologische Kindschaft; die Unverantwortlichkeit von Menschenversuchen zur Entwicklung und Absicherung des Verfahrens; die Risiken für Mutter und Kind; ethische Grenzen der reproduktiven Autonomie; die Unterminierung familialer und intergenerativer Beziehungen sowie die Ökonomisierung des Menschen und die Prioritätensetzung medizinischer Forschung und Behandlung.

Dass die Kommission der Bundesregierung den Beschluss eines entsprechenden Gesetzes sowie die Unterzeichnung der Bioethikkonvention des Europarates vorgeschlagen hat, war zu erwarten. Etwas überraschend könnten jedoch die Vorschläge zur Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes sein.

Mögliche Zeitverlängerung

Wie von Mitgliedern zu erfahren war, dürfte sich die Kommission etwa zu dem Vorschlag durchringen, die Zeit bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Vernichtung überzähliger Embryonen bei der künstlichen Befruchtung (IVF) zu verlängern. Bei der IVF werden mehr Eizellen befruchtet, als in die Gebärmutter eingepflanzt werden, um bei einem Scheitern auf die gefrorenen Embryonen zurückgreifen zu können. Alle übrigen müssen derzeit nach einem Jahr vernichtet werden. Im zweiten Schritt könnten Vorschläge zu möglichen Forschungen an und Verwendung von diesen überzähligen Embryonen erarbeitet werden.

Ein wesentlicher Schritt zur Liberalisierung und Entdiskriminierung werde aber der Vorschlag zur Genehmigung von Eizellspenden sein. Im Gegensatz zu Samenspenden sind diese derzeit verboten: Für Frauen, die keine reifen Eizellen produzieren können, scheidet die IVF somit aus; Betroffene müssen ins Ausland.

Parallel dazu plane das Bildungsministerium auf Vorschlag der Kommission, seine Biolehrer zu unterrichten: Sie sollen über neue Techniken aufgeklärt werden, um den Schülern aktuelle Ereignisse rund um Stammzellforschung erklären zu können. (fei, trenk, DER STANDARD, Print, 14.02.2003)

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