Brasilien: Sparkurs bringt Kürzungen auch im Sozialbereich

12. Februar 2003, 18:35
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Ministerien für Frauen und für Städte am stärksten betroffen - Sogar Anti-Hunger-Programm erhält weniger Geld

Brasilia - Das geplante Programm zur Sanierung der maroden brasilianischen Wirtschaft sieht entgegen der Ankündigung der sozialistischen Regierung drastische Kürzungen im Sozialsektor vor. Nach Analyse des Sparplans berichteten Medien am Mittwoch, die Ausgaben im Sozialsektor sollten um 5,1 Milliarden Real (1,334 Mrd. Euro) gekürzt werden.

Am schlimmsten betroffen seien die Ministerien für Städte und für Frauen, deren Etat um 85 Prozent bzw. 83 Prozent verringert werden solle. Die Zeitung "O Globo" errechnete auch die Kürzungen für die Ministerien für Agrarentwicklung (35 Prozent), Arbeit (33 Prozent), Soziale Förderung (20 Prozent), Gesundheit (6,49 Prozent) und Bildung (4,73 Prozent). Sogar die Mittel für das groß angekündigte Programm zur Bekämpfung des Hungers würden um 1,94 Prozent gekürzt.

Ersparnisse sollen Auslandsschulden abtragen

Bei der Ankündigung des Programms zur Sanierung der Finanzen, das Ausgabenkürzungen in Höhe von 14 Milliarden Real vorsieht, hatte die Regierung noch am Montag versichert, der Sozialsektor sei von den Streichungen ausgenommen. Mit dem erwarteten Budgetüberschuss will das Land seine Auslandsschulden abtragen. Kritik an den Sparplänen hat die Regierung zurückgewiesen. Die Maßnahmen seien notwendig, um die von steigender Inflation und einem Währungsverfall gebeutelten Wirtschaft zu stabilisieren. (APA/dpa)

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