Immer wieder Richter

12. Februar 2003, 19:39
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Zeitgenossen- Auktionen in London

London - Düstere Wolken sehen die Auktionatoren nicht aufkommen, auch wenn sie solche Sujets verkaufen: Von Gerhard Richter ist jede gemalte Wolke Gold wert. Im November des Vorjahres vervierfachte sich der Preis von Richters Wolkenstudie Grün Blau auf 3,1 Millionen Euro. Die Wolken (Stimmung), die Sotheby's nun bei den Londoner Auktionen zeitgenössischer Kunst anbot, kam immerhin auf 2,2 Millionen Euro - was die untere Taxe war. In einer verglichen mit den anderen Sparten hervorragenden Auktion, die insgesamt durchschnittlich 90 Prozent nach Losen einfuhr.

Alles verkaufte sich gut, Fotografie, Ecole de Paris, Konzeptkunst und Minimal Art. Bei einem orange-gelben abstrakt-expressionistischen Mark Rothko von 1969 durfte sich Sotheby's auch über einen Rekordpreis von 1,5 Millionen freuen, insgesamt bilanzierte man mit 16,5 Millionen Euro.

Christie's lag unter solchen Ergebnissen, konnte unter anderem Jeff Koons Riesenleinwand Cracked Egg für satte 460.000 Euro nach Frankreich absetzen. Zum Vergleich: Seine Michael-Jackson-Figur hatte Sotheby's im Mai 2001 sechs Millionen Euro gebracht. Six Skulls von Andy Warhol gingen für 1,8 Millionen Euro an einen neuen Besitzer. Auch Christie's gab einen Richter, Villa von 1972, für rund 580.000 Euro an einen US-amerikanischen Privatsammler ab.

Auch die Surrealisten, die schon seit einigen Jahren in einer Sonderauktion angeboten werden, verkauften im Gegensatz diesmal überraschend gut. (dok / DER STANDARD, Printausgabe, 13.2.2003)

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