Großrazzia gegen mutmaßliche islamistische Terrorgruppe in Deutschland

12. Februar 2003, 21:35
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Durchsuchungsaktion in mehreren Bundesländern - Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Karlsruhe - Nach einer weiteren Großrazzia gegen eine mutmaßliche islamistische Terrorgruppe hat das deutsche Bundeskriminalamt am Mittwoch vier Verdächtige vernommen. Die Gruppe soll Anschläge auf nicht näher bekannte Ziele geplant haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Mehr als 160 Polizisten durchsuchten ab Mittwoch in der Früh insgesamt elf Wohnungen und Arbeitsplätze in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Innenministeriums gibt es derzeit in Deutschland keine konkreten Hinweise auf Terroranschläge. Nach wie vor bestehe aber eine sehr hohe Anschlagsgefahr, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin.

Die vier Terror-Verdächtigen sind wieder auf freiem Fuß. Die gegenwärtigen Erkenntnisse reichten nicht aus, um einen Haftbefehl gegen die Verdächtigen zu beantragen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwochabend mit. Der Tatverdacht bestehe allerdings weiter Das Bundeskriminalamt ermittelt den Angaben zufolge seit Mitte 2002 gegen die Gruppe.

Hinweise deuten auf Einbindung in internationales Netzwerk

Den Angaben zufolge gibt es Hinweise darauf, dass die Gruppe in ein internationales Netzwerk eingebunden ist. Darauf deuteten zahlreiche Telefonate und persönliche Kontakte insbesondere in den arabischen Raum hin. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Gruppe an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beteiligt war.

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, war einer der drei namentlich bekannten Mitglieder der Gruppe mit der Ausspähung geeigneter Anschlagziele beauftragt. Er wurde den Angaben zufolge im August vergangenen Jahres in der Türkei in anderer Sache festgenommen. Im November wurde der türkische Haftbefehl gegen ihn außer Vollzug gesetzt; er hält sich zurzeit in der Türkei auf. (APA/AP)

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