Immer mehr "menschliche Schutzschilde" wollen in den Irak

12. Februar 2003, 16:22
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Erste Proteste gegen de Krieg am Samstag in Bagdad geplant

Paris/Bagdad - Die Bewegung ausländischer Friedensaktivisten, die im Irak als "menschliche Schutzschilde" gegen einen Krieg protestieren wollen, weitet sich aus. Wie der Pariser Krankenhaus-Gewerkschafter Asdine Aissiou am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte, will er am kommenden Montag mit 190 Gleichgesinnten von London aus in die irakische Hauptstadt aufbrechen. Am Dienstag war eine erste Gruppe von Ausländern in Bagdad eingetroffen. Sie wollen mit anderen "Schutzschilden", die bereits auf dem Weg in den Irak sind, am Samstag zum Weltfriedenstag in Bagdad demonstrieren.

Aissiou zufolge soll die kommenden Montag geplante "Schutzschild"-Mission unter anderem aus 50 Franzosen bestehen. Außerdem würden Amerikaner, Niederländer und Spanier nach Bagdad reisen. Die Friedensaktivisten planen, sich an Schulen, Krankenhäusern, Wasserstellen und anderen Standorten des täglichen Lebens zu postieren. Die USA, Großbritannien und andere mögliche Kriegsteilnehmer sollen mit der Aktion damit konfrontiert werden, dass sie bei Angriffen im Irak eigene Staatsbürger töten könnten. Die Bewegung der "Schutzschilde" hat sich um den in Großbritannien lebenden US-Golfkriegsveteran Ken Nichols O'Keefe gebildet.

Am Dienstag waren die 14 ersten Friedensaktivisten in Bagdad eingetroffen, die sich als "Schutzschilde" verstehen. Sie waren nach Angaben der zur Gruppe gehörende Kanadierin Barbara Taman über Italien, Griechenland, die Türkei und Syrien gereist. Ingesamt brachen am 25. Jänner in London rund 60 Aktivisten in die irakische Hauptstadt auf, darunter US-Bürger, Briten, Spanier und Belgier. Auch in Österreich wurde ein entsprechender Aufruf - der "Antiimperialistischen Koordination"- zur Teilnahme an der Aktion veröffentlicht. (APA)

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