Französische Rundfunksender wollen CNN-Konkurrenz starten

12. Februar 2003, 16:16
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Projekt für Nachrichten-TV in den nächsten Wochen erwartet

Französischsprachige Rundfunksender und das deutsch-französische Programm Arte wollen gemeinsam eine frankophone CNN-Konkurrenz aus der Taufe heben. Ihr Projekt eines "eigenständigen Nachrichtensenders von internationalem Format" wollten die öffentlich-rechtlichen Anstalten France Télévisions, TV5 und RFI "in den kommenden Wochen" vorstellen, teilte die Pariser Nationalversammlung nach einer Anhörung von Sender-Verantwortlichen am Mittwoch mit. Das von Präsident Jacques Chirac betriebene Vorhaben soll gemeinsam mit Arte und dem Übersee-Netzwerk Réseau France Outre-Mer (RFO) in die Tat umgesetzt werden.

"Kampf der Bilder"

Die Idee für einen internationalen französischsprachigen Nachrichtensender hatte Chirac während des Kampfes um seine Wiederwahl im vergangenen Jahr aufgebracht. Im Jänner hatte er dann betont, Frankreich solle sich verstärkt am "Kampf der Bilder" beteiligen. Die Schaffung des neuen Senders sei eine "legitime Ambition für unser Land". Kulturausschuss und Außenpolitischer Ausschuss der Nationalversammlung hatten im Dezember mit Vorarbeiten begonnen (etat.at berichtete). Das Pariser Außenministerium benannte Philippe Baudillon, den einstigen Chef der TV-Datenbank Canal France International (CFI), als Beauftragten für das ehrgeizige Projekt.

Schaffung von "international einheitlichen Strukturen"

Der Pariser Rechnungshof hatte zuletzt angemahnt, Frankreich solle seine verstreuten Radio- und Fernsehaktivitäten für das Ausland neu ordnen. In Deutschland, Großbritannien und der Schweiz gebe es mit der Deutschen Welle, der BBC und Radio Suisse Internationale einheitliche Strukturen, die sich das Land zum Vorbild nehmen solle. Vor allem das auch in deutschen Kabelnetzen empfangbare TV 5 wurde dabei angegriffen. In Frankreichs Kabelnetz senden bisher zwei private Nachrichtensender rund um die Uhr: i-télévision als Ableger von Canal Plus und LCI vom Konkurrenten TF1. (APA/AFP)

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