Christa Hintermann kandidiert für die FP

12. Februar 2003, 15:04
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Die Tochter von Kriemhild Trattnig, der politischen "Ziehmutter" Jörg Haiders, gibt sich mit der kommunalen Ebene zufrieden

Klagenfurt - Die Tochter Kriemhild Trattnigs, der politischen "Ziehmutter" Jörg Haiders, ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten: Christa Hintermann (41) kandidiert bei den Gemeinderatswahlen am 9. März in ihrer Heimatkommune Arriach im Bezirk Villach-Land an vorderer Front - und zwar für die FPÖ, obwohl ihre Mutter seit Jahren von Haider nichts mehr wissen will.

"Ich kandidiere zwar für die FPÖ, aber ich bin nicht Parteimitglied", erklärte Hintermann. Ihre politische Heimat seien die Grundsätze der Freiheitlichen, zu denen man stehen müsse. Diese Grundsätze seien nicht beliebig veränderbar. Dass sie in die Kommunalpolitik eingestiegen sei, habe sich einfach ergeben. "Wenn man etwas verändern und gestalten will, muss man sich eben auch engagieren."

Dass das Elternhaus dabei eine Rolle gespielt hat, will Christa Hintermann gar nicht bestreiten: "Natürlich ist bei uns zuhause über Politik diskutiert worden, allerdings nicht über Parteipolitik." Solche Diskussionen über die Politik und die aktuellen Entwicklungen führe sie mit ihrer Mutter selbstverständlich auch heute noch. In der Kommunalpolitik habe die Parteipolitik nichts verloren, so Hintermann. "Es geht darum, für die Menschen da zu sein und etwas zu Stande zu bringen. Daher ist mir auch wichtig, dass ein gutes Gesprächsklima zwischen den Fraktionen herrscht."

SP-Bürgermeister tritt an

Bürgermeister von Arriach ist Karl Gerfried Müller (S), dessen Fraktion im Gemeinderat ebenso wie die FPÖ mit sechs Mandataren vertreten ist, die ÖVP erreichte 1997 drei Gemeinderatssitze. Müller, der die Bürgermeisterwahl im ersten Anlauf mit 54,6 Prozent der Stimmen gewann, wird am 9. März wieder antreten.

Die vor zwei Jahren vom Ersatzmitglied zur regulären Gemeinderätin gewordene und jetzt auf dem zweiten Listenplatz der Freiheitlichen rangierende Hintermann ist Landwirtin, und zwar nach eigenen Angaben mit Leib und Seele. "Ich möchte nichts anderes machen", erklärt sie. Sie habe auch keine Ambitionen, in der Politik jemals über die kommunale Ebene hinaus aktiv werden zu wollen. Christa Hintermann ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.

Ambitionierte Mutter

Ihre Mutter Kriemhild Trattnig war da schon ambitionierter, sie brachte es bis zur Zweiten Präsidentin des Kärntner Landtages, bis sie im Mai 1992, nach dem FPÖ-Bundesparteitag in Badgastein, aus der Partei austrat. Der Grund war eine kabarettistische Darstellung ihrer Person durch den damaligen Bundesgeschäftsführer Gernot Rumpold im Dirndl und mit schwarzer Perücke als Verteidigerin der Goldhauben-Trägerinnen am Vorabend des Parteitages. Trattnig damals: "Diese FPÖ, mit diesen Manieren und Methoden, ist nicht mehr meine Gesinnungsgemeinschaft."

Eineinhalb Jahre später trat Trattnig wieder in die Partei ein, bekleidete jedoch keine politische Funktion mehr. 1995 erklärte sie öffentIich, Haider interessiere sie nicht mehr. Im vergangenen Herbst meldete sich die einstige "Ziehmutter" anlässlich der FPÖ-Krise wieder zu Wort. Sie riet Haider zum Rückzug als Landeshauptmann und kritisierte seine Reisen in den Irak. (APA)

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    Trattnig-Tochter Hintermann: Einstieg in die Lokalpolitik "hat sich einfach ergeben"

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