Premiere: Jeder dritte sieht schwarz

12. Februar 2003, 19:30
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Bezahl-Sender will Verschlüsselungssystem ändern - Manipulierte Smart Cards werden eingesetzt

Jeder dritte Premiere-Zuschauer zahlt nicht für das Angebot des Pay-TV-Senders. Deshalb solle noch in diesem Jahr das Verschlüsselungssystem geändert werden. Die Sprecherin bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Zeitschrift "Digital Fernsehen". Demnach sind im Internet Betriebssysteme erhältlich, mit denen die Programme von Bezahlsendern in ganz normalen Digitalempfängern entschlüsselt werden.

Manipulierte Smart Cards

Die Leiterin Unternehmenskommunikation des Münchner Unternehmens, Katrin Gogl, sagte, noch immer würden manipulierte Smart Cards eingesetzt, die auch für den Betrieb der zertifizierten Empfangsgeräte notwendig seien. Noch in diesem Jahr werde man jedoch das verwendete Verschlüsselungssystem wechseln. "Dann wird bei allen Schwarzsehern auch tatsächlich der Bildschirm schwarz", erklärte Gogl.

Nach Informationen des Blattes hatten sich noch vor wenigen Jahren lediglich Computerspezialisten unberechtigt Zugang zum Angebot des Bezahl-Senders verschafft, indem sie so genannte Smart Cards und Common Interface Module für den Empfang modifizierten und nachbauten. Doch heute würden immer mehr Digitalreceiver ganz einfach per serieller Schnittstelle umprogrammiert. Selbst von Premiere zertifizierte Set-Top-Boxen wie die "Easy World" des Lübecker Herstellers Galaxis könnten so manipuliert werden.

Zusatzsoftware im Internet

Dem Bericht der Zeitschrift zufolge lässt sich die Zusatzsoftware auch für die Modelle anderer Hersteller im Internet finden. Die Digitalreceiver könnten dann die Programme nahezu aller europäischen Pay-TV-Stationen entschlüsseln, ohne das eine Smart Card oder anderes Zubehör notwendig sei. Mittlerweile gelte das so genannte "Patchen" von Set-Top-Boxen als echtes Verkaufsargument, um die Geräte an den Mann zu bringen. "Hersteller, die in ihrer aktuellen Produktpalette keine patchbaren Receiver haben, haben bei den Verkaufszahlen das Nachsehen", schrieb das Blatt. (APA/AP)

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