"Wiener Gold" für Gerhard Roth

16. Februar 2003, 22:09
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Wien - Die Stadt Wien hat am Mittwoch den Schriftsteller Gerhard Roth (60) mit dem "Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" geehrt. Der "literarische Archäologe", so der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S), "versteht es wie kein anderer, als einer der bedeutendsten Schriftsteller im deutschsprachigen Raum, die österreichische Geschichte durch die Schilderung von Einzelschicksalen aufzuarbeiten".

"Gerhard Roth hat eine Art von Herzensbildung, die gar nicht anders kann, als Anteil zu nehmen an der körperlichen und geistigen Not anderer", so Laudator Andre Heller. "Er ist ein bedeutender Geschichtenerfinder und Sprachkünstler, vieles wäre noch viel schwieriger zu ertragen, wenn es ihn nicht gäbe. Es ist seine unbestechliche Gedankenklarheit und Genauigkeitsmanie die ihn 'besonders' macht". Für Heller ist Roth ein "Eichmeister der österreichischen Wirklichkeit, ein Eichmeister ohne falsche Gewichte".

"Wiener Staatsbürgerschaft"

Roth bezeichnete die Ehrung wie die "Verleihung der Wiener Staatsbürgerschaft" an einen Steirer. Wien sei für sein Schreiben und Leben unersetzlich. "Die Stadt ist zu meinem Lebensmittelpunkt und zu einer Art Heimat geworden."

Der 1942 in Graz geborene Erzähler, Dramatiker und Essayist brach sein Medizinstudium ab, arbeite 1967 bis 1977 im Rechenzentrum in Graz, seit 1976 ist er freier Schriftsteller. Der in in der Südsteiermark und in Wien lebende Künstler hat für seine Werke eine Reihe von bedeutenden nationalen und internationalen Preise erhalten, einige seiner Romane wurden auch verfilmt. (APA)

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    Laudator André Heller, STANDARD-Kolumnist Hans Rauscher, Gerhard Roth

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