Fisch des Jahres 2003: Die Nase

12. Februar 2003, 14:30
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Ehemaliger "Brotfisch" der Arbeiterfischer in manchen Gewässern fast ausgerottet

Wien - Im "Jahr des Wassers" wollen die drei größten Fischereiorganisationen des Landes, die zusammen die über 400.000 Angler vertreten, auf den Zustand der Gewässer und die Bedrohung der heimischen Fischarten aufmerksam machen. Der Tierschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, bei der die Nase als Fisch des Jahres 2003 präsentiert wurde.

Der Präsident des Verbandes der Österreichischen Arbeiter Fischerei Vereine (VÖAFV), Peter Kostelka, forderte einheitliche fischereiliche Maßnahmen für alle Bundesländer. Überregionale und Länderübergreifende Gewässerrenaturierungskonzepte seien nötig, um eine Verbesserung der heimischen Aquafauna zu erreichen.

Selten gewordene Buchten

Als den "Brotfisch" der Berufsfischer bezeichnete Helmut Belanyecz, Vizepräsident des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), die Nase. Die Tiere benötigen zum Ablaichen eine Uferstruktur mit Buchten und Schotterbänken. Durch die Flussregulierungen, Wehre und den Wellenschlag der Schiffe seien die Bestände drastisch zurück gegangen. In den naturnahen Gewässerstrecken machen die Nasen noch bis zu fünfzig Prozent des Bestandes aus.

Manche Exemplare werden bis zu sechzig Zentimeter lang, erklärte Albert Jagsch vom Bundesinstitut für Fischereiwirtschaft. Im Durchschnitt erreichen sie eine Größe von dreißig bis fünfzig Zentimeter. Ihr Name leitet sich vom "nasenartig" verlängerten Rostrum, der "Schnauze" ab.

Ganzjährig geschont

Rund 150.000 Nasen waren einst in der Salzach unterwegs zu ihren Laichplätzen, berichtete Regina Petz-Glechner vom Landesfischereiverband Salzburg. Durch Flussregulierungen waren die Tiere fast ausgerottet worden. Deshalb ist diese Gattung laut Salzburger Fischereiverordnung ganzjährig geschont.

Seit dem Jahr 1998 wurden deshalb in der Salzach insgesamt 23.000 Tiere ausgesetzt, so Fritz Zabka, VÖAFV Vizepräsident. In der Wachau sollen in den nächsten drei Jahren 40.000 Stück Nasen ausgesetzt werden. (APA)

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    Der Fisch "Nase" ist ein "Bioindikator für vernetzte Lebensräume".

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