Fisch verringert Aggressionen bei Stress

12. Februar 2003, 14:21
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Lachsbrötchen statt Schokolade, heißt es also - mehrfach ungesättigte Fettsäure vermindert Auftreten aggressiven Verhaltens

Wien/Bad Aachen - Menschen, die vor Zorn manchmal beinahe explodieren könnten, sollten mehr Fisch essen. Die Docosahexaensäure (DHA), eine langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäure, vermindert einer japanischen Studie zufolge das Auftreten aggressiven Verhaltens in stressigen Prüfungsphasen. "Diese Omega-3-Fettsäure scheint Abhilfe zu verschaffen", berichtet Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Die 22 japanischen Studenten erhielten täglich für drei Monate ein Präparat mit 1,5 bis 1,8 Gramm DHA. 19 Teilnehmer der Kontrollgruppe bekamen ein Scheinmedikament. Während die Probanden der Kontrollgruppe während der Lern- und Prüfungsphase erhöhte Aggression gegen andere Personen zeigten, blieben die Mitglieder der DHA-Gruppe unverändert friedlich.

Fettreiche Fische essen

DHA kommt vor allem im Öl fettreicher Fische wie Hering, Lachs oder Makrele vor. Daher sollten Menschen in Stresssituationen zur Nervenberuhigung statt zur Schokolade lieber öfter zum Lachsbrötchen greifen, rät Katrin Raschke.

Die Ergebnisse der Studie sind besonders interessant, da Japaner wegen ihres hohen Fischkonsums ohnehin mehr Docosahexaensäure zu sich nehmen als Europäer oder US-Amerikaner. DHA machte bei den japanischen Studenten zu Beginn der Studie drei Prozent aller Fettsäuren im Blutserum aus. Nach der Supplementation verdoppelte sich dieser Wert. Bei Amerikanern liegt der DHA-Gehalt im Serum dagegen nur bei etwa einem Prozent der Fettsäuren. Im Deutschland sieht es nach Einschätzung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik ähnlich aus.

Wichtig für Gehirnentwicklung

DHA ist ein wichtiger Bestandteil der Phospholipide des Gehirns. In der Schwangerschaft, bei Säuglingen und Kleinkindern ist dieses Eicosan wichtig für die Gehirnentwicklung. Aus langkettigen Fettsäuren stellt der Körper verschiedene Botenstoffe, beispielsweise Eicosanoide her, die viele Organ- und Stoffwechselfunktionen beeinflussen. (APA)

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