Versuche mit Aids-Impfungen ermutigend

12. Februar 2003, 14:04
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Mehrheit der Patienten bildet Antikörper gegen HI-Virus

Boston/Paris - Französischen Forschern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, HIV-positiven Patienten mit Impfungen zur Bildung von Antikörpern gegen die tödliche Immunschwäche zu verhelfen. Erste Versuche mit zwei Impfstoffen seien "äußerst ermutigend", sagte die Medizinerin Christine Katlama bei der Bekanntgabe der Ergebnisse am Mittwoch auf einer Aids-Fachkonferenz in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts). Noch müssten angesichts der ersten Test-Ergebnisse aber "eine gewisse Vorsicht" beibehalten werden, betonte ihre Kollege Jean-Francois Delfraissy.

"Vacciter"-Test

Den Forschern zufolge konnte ein Viertel der an den Tests teilnehmenden Aids-Infizierten nach einer so genannten Vaccinotherapie ihre bisherige HIV-Behandlung nach der antiretroviralen Methode stoppen. Die Vaccinotherapie soll die durch das Aids-Virus geschwächte Immunabwehr wieder aufbauen.

Im ersten "Vacciter"-Test bekam die Hälfte der Patienten vier Spritzen innerhalb eines Monats. Dazu wurde Interleukin 2 (IL 2) gegeben, um die Zahl der für die körpereigene Abwehr wesentlichen CD4-Lymphozyten zu steigern. Bei einer Attacke durch Aids-Viren fällt die Zahl der CD4-Lymphozyten drastisch ab.

Für den zweiten Test "Vaccil-2" wurden sämtliche Patienten geimpft. In beiden Fällen wurde die übliche, aufwändige Anti-HIV-Therapie gestoppt. Die Versuche wurden von dem auf Aids-Forschung spezialisierten französischen Institut ANRS koordiniert. (APA/AFP)

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