ÖVP fordert Freizeitunfallversicherung

12. Februar 2003, 12:42
51 Postings

Mitterlehner: Drei Varianten - Für SPÖ kalte Beitragserhöhung - Auch ÖAAB dagegen

Wien - Die ÖVP fordert eine eigene Freizeitunfallversicherung, berichtet die "Zeit im Bild" Dienstag abend. Sportler sollen sich küntig selbst gegen Unfallrisiken versichern. Immerhin passierten 70 Prozent der Unfälle im Sport und der Freizeit, die Kosten trage aber die Wirtschaft. Früher war noch der Arbeitsplatz die Hauptunfallquelle. Die ÖVP greift nun die Forderung nach einer Freizeitunfallversicherung auch für die Koalitionsverhandlungen auf.

Der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner (V), sprach von drei Varianten. So könnte es einen Zuschlag für alle Sportarten geben, den man bei den Geräten einheben könnte, bei Rad, Ski oder Fußball. Die zweite Möglichkeit sei eine Zusatzabgabe in Richtung bestehende Krankenversicherungsbeiträge und drittens könnte man eine Privatversicherung als Verpflichtung ins Auge fassen. Kosten solle eine Freizeitunfallversicherung zehn Euro pro Jahr. Seitens der Grünen wollte man auf diese Forderung keine Stellungnahme abgeben.

SPÖ: Kalte Beitragserhöhung

Vehement gegen eine von der ÖVP verlangte Freizeitunfallversicherung ist die SPÖ. Bundesgeschäftsführerin Doris Bures spricht von einer verdeckten Beitragserhöhung und einem reinen Etikettenschwindel. Die ÖVP plane nach dem "Furcht erregenden Gespenst der Ambulanzgebühren offensichtlich ein neues bürokratisches Monster".

"Jetzt lässt die ÖVP nach und nach Details aus ihren Regierungsplänen veröffentlichen und damit ist erstmals die Katze aus dem Sack: die ÖVP plant verdeckte Beitragserhöhungen in der Sozialversicherung, ohne dass dadurch irgendeine zusätzliche Leistung für die Versicherten finanziert werden würde", kritisierte Bures in einer Aussendung. "Dass damit ein volkswirtschaftlich sinnvolles Verhalten, nämlich Gesundheitsprävention durch Sportaktivitäten, durch Vergebührung bestraft wird, sollte ebenfalls zu denken geben".

Auch die Ausführungen des ÖVP-Abgeordneten Reinhold Mitterlehner, wonach die private Freizeitunfallversicherung über einen Zuschlag bei Sportgeräten eingehoben werden könnte, lasse schlimmste Assoziationen aufkommen. Der Verdacht liege nahe, dass hier eine reine Inkasso-Politik betrieben wird, von der einzelne ÖVP-Lobbies kräftig profitieren sollen. ÖAAB entschieden dagegen

Innerhalb der ÖVP ist die Freizeitunfallversicherung umstritten. Während Reinhold Mitterlehner von der Wirtschaftskammer drei Varianten für eine eigene Freizeitunfallversicherung ins Spiel brachte, kommt von ÖAAB-Generalsekretär Walter Tancsits ein "klares Nein". Tancsits am Mittwoch in einer Aussendung: "Der Vorschlag ist falsch, da man sich im Gesundheitssystem in erster Linie darum bemüht, verstärkt auf Prävention zu setzen und dazu die Menschen möglichst viel in Bewegung und Aktivität in Form von Freizeitsport zu bringen. Alle Studien belegen, dass die Schäden in der Gesundheit, die durch Bewegungsmangel entstehen, größer - und damit auch teurer für die Versicherungen - sind als jene, die im Freizeitsport verursacht werden". (APA)

Share if you care.