Hamburger El-Kaida-Prozess: Verteidiger plädieren auf Freispruch

12. Februar 2003, 12:41
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"Terror-Vorwürfe nicht bewiesen"

Hamburg - Im Hamburger Prozess um die Anschläge des 11. September 2001 in den USA fordern die Verteidiger des angeklagten Marokkaners Mounir El Motassadeq den Freispruch ihres Mandanten. Die Rechtsanwälte Hartmut Jacobi und Hans Leistritz sagten am Mittwoch vor dem Hamburger Oberlandesgericht, die Anklagevertretung habe in dem Prozess ihre Vorwürfe nicht beweisen können. Der Angeklagte habe von der Planung der Anschläge in New York und Washington nicht gewusst. Motassadeq sei zwar mit einigen der mutmaßlichen Attäter befreundet gewesen. Von deren terroristischen Absichten habe der Angeklagte aber keine Kenntnis gehabt. Er sei deshalb als unschuldig freizusprechen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-jährigen Motassadeq Beihilfe zum Mord in mehr als 3.000 Fällen sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Der ehemalige Elektrotechnik-Student soll als Mitglied der Hamburger El-Kaida-Zelle um den mutmaßlichen Todespiloten Mohammed Atta von der Planung der Anschläge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium bei Washington gewusst und bei deren Vorbereitung geholfen haben. Staatsanwalt Walter Hemberger hatte in der vergangenen Woche die Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis für den Angeklagten verlangt.

Motassadeq hatte im Laufe des Prozesses enge private Kontakte zu der Gruppe um Atta eingeräumt. Von der Planung der Anschläge habe er jedoch nichts gewusst. Motassadeq befindet sich seit November 2001 in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn hatte Ende Oktober vergangenen Jahres begonnen. Mit einem Urteil wird in der kommenden Woche gerechnet. (APA/Reuters)

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    Mounir El Motassadeq (re.) mit seinem Verteidiger

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