Britisches "Job-Wunder" geht weiter

12. Februar 2003, 15:49
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Arbeitslosigkeit im Januar auf 27-Jahres-Tief

London - Das britische "Job-Wunder" hat weiter Bestand: Im Jänner blieb die Arbeitslosenquote in Großbritannien mit 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Arbeitsuchenden sank demnach um 3500 auf 928.500. Dies ist der niedrigste Stand seit 27 Jahren.

Experten zeigten sich über die Höhe des Rückgangs im Jänner überrascht. Warum sich große Entlassungswellen bei britischen Firmen nicht in der offiziellen Statistik niederschlügen, sei "ein totales Mysterium", sagte Volkswirtin Jodie Saul von der Canadian Imperial Bank of Commerce. Ihr Kollege Mike Hume von Lehmann Brothers sah zumindest eine Teilerklärung in der großen Nachfrage des öffentlichten Sektors.

Gesundheits-, Ausbildungs- und Verkehrssystem

Dort hat Finanzminister Gordon Brown ein groß angelegtes Programm gestartet, um das verrufene britische Gesundheits-, Ausbildungs- und Verkehrssystem auf Vordermann zu bringen. Dass dadurch Arbeitslose aus der Privatwirtschaft schnell neue Stellen fänden, sei für die Regierung "ein glücklicher Zufall", sagte Hume.

Nach den Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erscheint die Lage in Großbritannien schlechter als es die nationalen Statistiken widerspiegeln: Sie errechnete für das vierte Quartal 2001 eine Arbeitslosenzahl von 1,51 Millionen und eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent. Dennoch zeigen auch die ILO-Zahlen im Vergleich etwa zu Deutschland (elf Prozent) ein positives Bild.(APA)

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