Minenarbeiterinnen streiken in 1.200 Metern Tiefe

12. Februar 2003, 13:20
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Georgien: Hungerstreik soll Löhne steigern und Korruption aufdecken

Tiflis - Georgische BergarbeiterInnen, darunter 19 Frauen im Alter um die 50 Jahre, wollen mit einem Hungerstreik in 1.200 Metern Tiefe ihren ausstehenden Lohn erkämpfen. Nach einem Bericht des georgischen Fernsehens vom Dienstag dauert der Streik im Chiaturmargantsa-Erzbergwerk in Zentralgeorgien bereits sieben Tage. Zwei der mehr als 20 Beteiligten hätten am Montag ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. "Wir werden das Bergwerk nicht verlassen, bis unsere Forderungen erfüllt sind", sagte eine der streikenden Frauen dem TV-Sender. In dem Bergwerk arbeiten demnach insgesamt 1.000 Menschen für einen Monatslohn von umgerechnet 28 Euro.

Korruption der Betreiber

Der Hungerstreik richte sich auch gegen die Korruption der Bergwerksbetreiber, denen Erzschmuggel im großen Stil vorgeworfen werde, hieß es weiter. "Die Unternehmensleitung nimmt unglaubliche Beträge mit dem Export unseres Produkts ein, und wir mussten hungrig ins neue Jahr gehen", sagte eine Bergarbeiterin. Georgiens Präsident Eduard Schewardnadse kündigte an, er werde dem Unternehmen umgerechnet 355.000 Euro aus einem Notfonds für sechs Monate zinslos zur Verfügung stellen, damit die Löhne gezahlt werden können. Die Regierung will überdies eine Untersuchung zu den Schmuggel-Vorwürfe einleiten. (APA/AFP)

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