Käse-Käuferstreik in den USA wegen Irak-Krise

12. Februar 2003, 12:35
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Französische Firma klagt über sinkenden Internet-Absatz in USA

Im Internet-Zeitalter belastet die Irak-Krise auch den französisch-amerikanischen Handel auf ungekannte Weise: Der größte Online-Käse-Exporteur aus dem Heimatland von Camembert, Brie und Roquefort, fromages.com, berichtete am Dienstag von einem 15-prozentigen Einbruch seines Absatzes in die USA seit Jänner. "Wir haben E-Mails von amerikanischen Kunden bekommen: Es tue ihnen Leid, und sie möchten unsere Produkte - aber solange Frankreichs Position nicht näher an den USA sei, würden sie keine französischen Käse mehr kaufen", sagte Firmenchef Marc Refabert in Tours.

Ziel

Refabert zufolge sind die USA mit 80 Prozent der wichtigste Absatzmarkt seiner Käsefirma. "Käse ist ein typisch französisches Produkt und ein leichtes Ziel." Glücklicherweise treffe der Käuferstreik aber nur rund fünf Prozent seiner Kundschaft - und er werde wett gemacht durch die Verkäufe nach Japan und Europa. Die Idee für seine Firma mit inzwischen vier Angestellten und 400.000 Euro Umsatz kam dem 40-jährigen Refabert auf einem Auslandsposten in Hongkong mit der Lust auf frischen Camembert. Er arbeitet mit einer Groß-Käserei im westfranzösischen Nantes und einem Expressdienst-Unternehmen zusammen. Innerhalb von 24 Stunden sollen die gekühlten Lebensmittel auch in den letzten Winkel der Vereinigten Staaten geliefert werden. (APA)

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