Dell gibt IBM einen Korb

12. Februar 2003, 11:54
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16-Milliarden-Dollar-Zuliefervertrag aufgelöst - Outsourcing Deal mit Visteon

Der US-PC-Hersteller Dell Computer hat einen milliardenschweren Zuliefervertrag mit IBM aufgelöst. Der 16 Milliarden Dollar schwere Beschaffungsvertrag wurde deshalb beendet, weil IBM Bereiche verkauft habe, aus denen Dell Produkte bezogen hat. Dies berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Eine weitere Zusammenarbeit im Servicebereich mit Big Blue im Ausmaß von sechs Milliarden Dollar wurden weitgehend gekürzt. Wie das WSJ ebenfalls berichtet, konnte IBM hingegen einen Outsourcingdeal mit dem US-Autozulieferer Visteon im Wert von zwei Milliarden Dollar unter Dach und Fach bringen.

Erklärung

Dell-Sprecher Bruce Anderson gab am Unternehmenssitz in Round Rock, Texas bekannt, dass die Beziehungen bereits im Januar beendet wurden. Der Deal wurde im Jahr 1999 eingefädelt. Seit damals hatte Dell Festplatten, TFT-Displays und verschiedene Chips von IBM bezogen. Vor allem der Verkauf des Festplattengeschäftes an Hitachi sei für die Beendigung der Zusammenarbeit ausschlaggebend gewesen. Hitachi hatte im Sommer des Vorjahres für 2,05 Milliarden Dollar das Festplattengeschäft von IBM übernommen. Dell würde die Zusammenarbeit mit IBM Global Services nur dann wieder aufnehmen, wenn die Kunden dies verlangten. Es gebe zudem Verträge mit vielen weiteren IT-Services, die preislich etwas unter IBM liegen würden. Dell hat Verträge mit EDS, IBMs größten Konkurrenten für IT-Services.

Auswirkungen

Dass sich das Ende des Milliardendeals negativ auf die Bilanzen auswirkt, wird von Big Blue bestritten. IBM-Sprecher Joseph Stunkard meinte, dass die Aktivitäten von Dell keinen Einfluss auf die Umsätze des Konzerns hätten. Den Verlustentgang etwas kompensieren könnte ein neuer milliardenschwerer Outsourcingdeal mit Visteon. Das Ford-Spin-off werde seine gesamten Computer-Operationen in die Hände von Big Blue legen. Der Deal, der über zehn Jahre geschlossen wurde, hat einen Wert von zwei Milliarden Dollar. Bereits im November des Vorjahres hatte IBM einen sieben-Milliarden-Dollar-Outsourcingdeal mit der US-Großbank J.P. Morgan Chase gewonnen. (pte)

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