China: 150 Millionen Arbeitslose

12. Februar 2003, 09:23
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Chinas Führung zeigt sich beunruhigt, geht aber von nur 4,5 Prozent Arbeitslosigkeit aus

Peking - Chinas Führung ist zunehmend beunruhigt über die steigende Massenarbeitslosigkeit in der Volksrepublik. Lösungen für das Problem seien "dringend" notwendig, sagte der stellvertretende Arbeitsminister Zhang Xiaojuan der englischsprachigen Zeitung "China Daily" (Mittwochausgabe). Er räumte ein, dass die offiziellen Arbeitslosenstatistiken das Problem verschleierten.

60 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung lebe auf dem Land, die Arbeitslosendaten der Regierung spiegelten aber nur die Lage in den Städten wieder. Ein Experte der chinesischen Akademie der Wissenschaften sagte der Zeitung, auf dem Land seien derzeit 120 bis 150 Millionen Menschen ohne Arbeit.

"Ernsthaft beunruhigt" über die Arbeitslosigkeit am Land"

Er sei "ernsthaft beunruhigt" über die steigende Arbeitslosigkeit in ländlichen Gegenden, sagte Xiaojuan der Zeitungen. Der Vize-Minister forderte die lokalen Behörden auf, alles für eine Ausweitung der Beschäftigung zu unternehmen. Schon jetzt sei klar, dass das Angebot an Arbeitskräften "in den kommenden Jahren die Nachfrage deutlich übersteigen wird".

Nach offizieller Statistik lag die Arbeitslosenquote in China im vergangenen Jahr bei durchschnittlich vier Prozent. Für dieses Jahr geht Peking von 4,5 Prozent aus. Neben der hohen Arbeitslosigkeit auf dem Land, berücksichtige die Statistik aber auch einen großen Teil der Erwerbslosen in den Städten nicht, sagte Li Peilin, der stellvertretende Präsident des Instituts für Soziologie an der Akademie der Wissenschaften der Zeitung.

Millionen finden keine Jobs

Seinen Angaben zufolge tauchen rund zehn Millionen entlassene Arbeitnehmer in den Städten nicht in den offiziellen Zahlen auf. Grund seien auf dem Papier weiterbestehende Arbeitsverträge und von den Behörden ausgehandelte Sondervereinbarungen.

Nach Angaben der chinesischen Presse wächst die Zahl der arbeitssuchenden Bevölkerung in den Städten derzeit pro Jahr um 22 Millionen Menschen. Allerdings fänden nur rund acht Millionen einen Job.(APA)

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