WWF auf Online-Suche nach Riverwatcher

11. Februar 2003, 21:59
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Umweltschutzorganisation kontrolliert Fließgewässer Österreichs

Wien - Der World Wildlife Fund (WWF) Österreich setzt nun für das Riverwatch-Projekt auf Online-Support. Die Kampagne bietet umfassende Informationen zum Thema Flüsse in Österreich. Eine Online-Landkarte von Österreich gibt spezifische Informationen über das gewünschte Gewässer. Außerdem erleichtert die Homepage die Anmeldung für neue Riverwatcher und die Möglichkeit der Meldungseingabe für bestehende Informationen zu Österreichs Flüssen.

Im internationalen Jahr des Wassers 2003 startet der WWF seine Riverwatch-Kampagne zum Schutz der Fließgewässer. "Trotz gegenteiliger Behauptungen geht es mit unseren Flüssen bergab. Es wird mehr verbaut als renaturiert", so Ulrich Eichelmann, Riverwatch Kampagnenleiter und WWF-Wasserexperte.

Ein Jahr lang will die Umweltorganisation Riverwatcher, die Veränderungen an Flüssen beobachten. "Durch die Vielzahl der österreichischen Flüsse und Bäche ist der WWF auf die Mithilfe engagierter Bürger angewiesen", erklärt der Experte. Ziel der Kampagne ist eine Wende im Wasserbau herbei zu führen. Die Homepage diene dabei einerseits als Informationspool zum Thema Flüsse. Andererseits werde die Interaktion zwischen Interessierten, Riverwatcher und der Umweltorganisation gefördert.

Schlechte Lage

Der Wasserexperte schätzt die Lage der österreichischen Fließgewässer als sehr schlecht ein. Immer noch würden Gewässer verbaut, tiefergelegt, begradigt, Ufer aufgeschüttet, Überschwemmungsflächen abgedämmt oder in Bauland umgewidmet werden, so Eichelmann. Nachteilig wirken sich auch Schotterentnahmen aus dem Flussbett oder verbaute Steilwände aus.

Auch neue Kraftwerke wie zum Beispiel an der Ybbs in Niederösterreich verändern den Lauf der Fließgewässer. "Im Gegensatz dazu gibt es kaum Renaturierungsprojekte", kritisiert der Fachmann. "Hier ist der Umweltminister säumig. Er muss Verbauungsprojekte stoppen und Geld für Rückbau bereitstellen", fordert der Experte.

Aufgerufen zum Beobachten ist jeder, der sich zur Verbesserung seines "Flussabschnittes" engagieren möchte. "Mit reichlich Hintergrundmaterial ausgestattet beobachten Riverwatcher ihren Fluss und melden Verbauungen, geplante Projekte aber auch das Vorkommen seltener Arten", erklärt Eichelmann. Am Jahresende soll eine umfassende Bilanz über jeden verbauten Flusskilometer, jede geplante Veränderung und auch Renaturierungen stehen. (pte)

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