Und die Zeit fließt doch kontinuierlich

11. Februar 2003, 21:32
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Hubble-Bilder bringen Axiome ins Wanken

Alabama - Das Hubble-Weltraumteleskop hat von vier Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxien Bilder aufgenommen, die schärfer sind, als sie nach gängigen Hypothesen zur Quantelung der Zeit sein dürften, berichten die Astrophysical Journal Letters.

Laut gängigen Varianten der "Quantengravitation" (ein physikalischer Versuch, Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik in Einklang zu bringen) müssen Raum und Zeit "gequantelt" sein - für die Zeit bedeutet das, dass sie nicht kontinuierlich fließt, sondern sich ähnlich wie Körner einer Sanduhr ruckweise vorwärts bewegt. Freilich ist so ein Ruck so klein, dass ihn niemand mitbekommt, nämlich zehn hoch minus 43 Sekunden (die "Planckzeit").

Ist nun aber die Zeit gequantelt, sind alle physikalischen Größen, die von Zeitmessung abhängen, nicht genau bestimmbar: Also ist Lichtgeschwindigkeit kein exakter Wert, sondern weicht von einem Mittel ein wenig nach oben oder unten ab. Diese winzige "Verschmierung" der Lichtgeschwindigkeit macht sich aber nur bemerkbar, wenn Licht riesige Strecken zurücklegt - wie eben von vier Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxien zur Erde. Jedoch: Die Hubble-Bilder zeigen extrem scharfe Interferenzmuster, ein Beleg dafür, dass Licht und somit Zeit weniger verschmiert sind, als es die Quantengravitation erlaubt. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.2.2003)

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