EU prüft neue Beschwerde gegen Microsoft

11. Februar 2003, 19:29
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Industrieverband beklagt Monopolpraktiken

Brüssel - Die EU-Kommission will eine neue Beschwerde gegen den US-Softwareriesen Microsoft wegen angeblich unfairer Wettbewerbspraktiken prüfen.

Gleichzeitig soll aber sichergestellt werden, dass dies nicht eine bereits laufende Untersuchung gegen den Konzern in einem ähnlichen Fall hinauszögere, sagte die Kommissionssprecherin für Wettbewerbsangelegenheiten, Amelia Torres, am Dienstag vor Journalisten. Wie berichtet, wurde ein Ergebnis der Prüfung schon Ende 2002 erwartet. Im Herbst hat Microsoft einen EU-Beamten, dem eine wesentliche Rolle im Verfahren zukam, von Microsoft Europa geheuert und von der Kommission karenziert.

Wettbewerbsnachteil

Microsoft-Konkurrenten sehen in der jüngsten Version des Microsoft-Betriebssystems Windows XP einen Wettbewerbsnachteil. Der Branchenverband der Computer-und Kommunikationsindustrie (CCIA) reichte bei der EU-Kommission eine entsprechende Beschwerde ein. Der Verband fordert in seiner Beschwerde, die Kommission solle die Strategie von Microsoft als Ganzes statt stückchenweise untersuchen. Die Taktik von Microsoft ziele darauf ab, das Monopol zu verteidigen. "Alternativen werden durch die Koppelungs-Praxis von Microsoft verhindert", argumentiert der Verband. Microsoft würde eine immense Reihe von Produkten an Windows XP koppeln. CCIA fordert die Loslösung dieser Produkte vom Betriebssystem, damit sich ein Wettbewerb entwickeln kann. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe 12.2.2003)

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