Massagekleid und Vitamin-Pullover

12. Februar 2003, 07:30
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Es klingt nach Science-Fiction, ist aber Forschungstrend in Sachen High-Tech-Textilien. Alles andere ist Ansichtssache

Abendkleider mit Massagefunktion, geruchsneutrale Socken, "Vitamin-C-T-Shirts" oder beleuchtete Bikinis - was nach Science-Fiction klingt, könnte schon bald in vielen Kleiderkästen hängen. Denn solche High-Tech-Textilien illustrieren nicht nur den Trend der Forschung, viele existieren bereits als Prototypen. In zahlreichen Laboren forschen Wissenschafter an so genannter intelligenter Kleidung, an High-Tech-Fasern oder an einer optimalen Verbindung von Technik und Stoff.

"Einige solcher Erfindungen sind für den Massenverbrauch sicher nur bedingt geeignet", sagt Professor Hartmut Rödel vom Institut für Textil- und Bekleidungstechnik der Technischen Universität Dresden. Der wohl eher als modischer Gag gedachte Badeanzug mit Leuchtdioden etwa zähle vermutlich zur Kategorie "reine Geschmackssache". Die praktische Anwendung einer Socke gegen Fußgeruch aber liege auf der Hand. Ihre eingewobenen Silberfäden beseitigen die den Duft verursachenden Bakterien.

Gegen langweilige Partys - "JoyDress"

Aber auch das Massagekleid ist durchaus wegweisend für die textile Zukunft. Das betont Isa Hofmann, Leiterin der Frankfurter Messe für innovative Bekleidung, avantex. Die Trägerin des Kleides kann per Knopfdruck die kleinen, elektronisch gesteuerten Massage-Kissen zur sanften Rückenmassage aktivieren. Neben der angenehmen Abwechslung bei langweiligen Stehpartys ist auch ein Einsatz in der Medizin denkbar. "Menschen mit Bandscheiben-Problemen könnte mit dieser Technik langes Sitzen erleichtert werden." Für ihre Idee erhielt die Schöpferin des "JoyDress", Alexandra Fede, den avantex Innovationspreis 2002.

Bereits heute gibt es Kleidung mit "Phase Change Materials". Diese ändern je nach Temperatur ihren Aggregatszustand und setzten dabei Wärme frei oder speichern sie. Diese Substanzen, etwa Paraffin, sind in Mikrokapseln eingeschlossen und unter anderem in Winterjacken integriert. Schwitzt der Jackenträger, verflüssigen sich die Kugeln und nehmen die ausgestrahlte Wärme auf. Bei Kälte verfestigt sich die Substanz und gibt die Wärme wieder ab. (apa/red)

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