Weltraummüll

11. Februar 2003, 15:14
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Hamburg - Seit Beginn des Raumfahrtzeitalters vor 46 Jahren hat sich im Erdorbit ein dichter Schwarm von Weltraummüll angesammelt. Mehr als 100.000 Objekte mit einer Größe von mehr als einem Zentimeter umschwirren mittlerweile die Erde in einer Höhe zwischen 200 und 2000 Kilometer.

Dazu zählen etwa Raketenstufen, ausrangierte Satelliten, aber auch verlorene Schraubenzieher, Handschuhe und abgesprengte Halterungen. Jede Mission hinterlässt Müll im All, der nur nach und nach in der Erdatmosphäre verglüht.

Beobachtungen

Um Raumflüge sicherer zu machen, wird der Schrott mit Radaranlagen und Teleskopen beobachtet. Bekannt sind derzeit aber lediglich die Umlaufbahnen von etwa 8.000 Objekten - rund sechs Prozent davon sind funktionsfähige Satelliten. Bruchstücke von unter einem Zentimeter sind von der Erde aus nicht mehr nachweisbar, können aber dennoch gefährlich werden: So ist die Kollision mit einem nur ein Gramm leichten Teilchen bei einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Sekunde genauso verheerend wie die mit einem Kleinwagen bei vierzig Stundenkilometern.

Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes hängt von Größe, Flughöhe und Orbit-Aufenthaltsdauer eines Raumfahrzeugs ab. In einer Höhe von 850 Kilometern kollidiert ein zwanzig Quadratmeter großer Satellit statistisch einmal in 10.000 Jahren mit einem Schrottteilchen, wie der "Brockhaus Naturwissenschaft und Technik" vorrechnet. Bereits 1996 ist der französische Aufklärungssatellit "Cerise" durch den Zusammenstoß mit einem Trümmerstück einer früher gestarteten Ariane-Rakete ernsthaft beschädigt worden.

Besonders viel Weltraummüll findet sich in einer Höhe zwischen 850 und 1.500 Kilometern, da mit der Höhe auch die Aufenthaltsdauer der Objekte im Orbit steigt. Während in einer Höhe von 200 Kilometern ausgesetzte Teilchen bereits nach einem bis vier Tagen in der Erdatmosphäre verglühen, wird der Weltraumschrott aus 1.000 Kilometern Höhe unseren Planeten noch etwa 2.000 Jahre umkreisen. (APA)

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